Dies und Das & Mee(h)r ...


... dem Himmel so nah ...
... dem Himmel so nah ...

Oktober 2019 - Nix Montenegro, dafür Sardinien

Hallo, hier bin ich, Bandit :-)
Nachdem Mama und Papa extra für unseren geplanten Montenegro-Trip mit mir zum Arzt gefahren sind - stellt euch vor, der hat mich in die Pfote gepieckt und dann kam da so was Rotes raus, was er in ein paar Plastikröhrchen gefüllt hat (Mama sagte, das sei nötig für die Wiedereinreise zurück aus Montenegro in die EU) - mussten wir leider erfahren, dass der Tollwut-Titer (was auch immer Mama damit meint) meiner Impfung leider nicht ausreichend ist, um das benötigte Amtstierarzt-Gesundheitszeugnis zu bekommen. Wenn man innerhalb der EU reist als Hund, ist eine Tollwutimpfung ausreichend; wenn man allerdings aus dem Nicht-EU-Land wieder in die EU einreisen möchte, muss man spätestens 3 Monate vor Wiedereinreise einen bestimmten Mindest-Tollwutwert aufweisen, sonst darf man als Hund nicht wieder in die EU einreisen und es kann passieren, dass man 3 Monate in Quarantäne muss. Was für eine Vorstellung! Da meine Mama mich aber niemals irgendwo alleine lassen würde, müssten wir beide dann im schlimmsten Falle zusammen 3 Monate in Montenegro bleiben, oh neeeeeeee....

Also mussten Mama und Papa umplanen und Papa hat den Vorschlag gemacht, nach Sardinien zu fahren. Au fein, da ist es jetzt im Oktober mit 22-26 Grad noch kuschelig warm. Einzig die doofen Sandmücken, die Krankheiten übertragen können, machen Mama ein wenig Sorgen. Aber dafür habe ich jetzt ein Scalibor-Halsband um. Ich finde es nicht ganz so toll, aber besser als von den Mistviechern gepieckt zu werden, oder? Mama hatte erst befürchtet, dass ich auch auf dieses allergisch reagieren könnte, aber nach einem Testlauf trage ich es jetzt seit ein paar Tagen kontinuierlich und Mama ist froh :-)

Am Mittwoch Abend, 02.10.2019 geht es nun los.
Das Häuschen auf Rädern ist gepackt und der Dauerregen und schnell eingesetzte Herbst in Norddeutschland macht die Vorfreude auf warme Temperaturen und kiten mit 4/3er Neo groß.

 

Die Fahrt soll über die A7 in den Süden und dann Richtung Bodensee über ein kleines Stückchen Österreich durch die Schweiz über Lugano und dann weiter nach Mailand und zum Fährhafen Livorno gehen, wo am Freitag um 10 Uhr die Fähre zur Überfahrt nach Sardinien auf uns wartet.

 

Schon vor Hannover der erste große Stau - klar, ist doch morgen Feiertag und ganz Deutschland freut sich auf ein langes Wochenende und die Hamburger und Schleswig-Holsteiner (und noch andere Bundesländer?) auf Herbstferien. Geplant war die Fahrt etwa 400 km. Um 24 Uhr wollten wir dann stoppen und einen Rastplatz anfahren, um zu übernachten, aber aufgrund des Sonntagfahrverbotes am nächsten Tag waren alle Rastplätze mit LKW's gnadenlos dicht, sodass wir schließlich erst um 23.45h auf Verdacht von der Autobahn abgefahren sind und in der Nähe der A7 kurz vor Kirchheim einen Schotterplatz fanden, wo wir uns dann abstellten. Zwei weitere Wohnmobile schienen den Plan auch gut zu finden und folgten uns sogleich, sodass wir dort auch nicht alleine über Nacht standen.


Am Donnerstag morgen, 03.10. 7.30h wurde der Bolide wieder angeworfen und weiter ging es - Kilometer schruppen...

Die Fahrt ist im Ganzen ein Alptraum - einzig die wunderschöne Kulisse der Schweiz und des "Heidilandes" machten die ständigen Staus und den dadurch entstandenen Kilometer-Schnitt von knapp 70 km/h erträglicher.

Ein Stau nach dem Anderen - die A7 eine einzige Dauerbaustelle, Autofahrer, die einfach zu dämlich für Reißverschlussfahren sind und in der italienischen Schweiz auf dem Weg nach Lugano ständig gesperrte Tunnel und Stillstand.
Selbst die Serpentinen durch den San Bernadino Pass/Tunnel hat unser Schnuffel aber problemlos mitgemacht. Überhaupt ist er ein toller Reisehund :-)
Das Navi sagt "Ankunft in Livorno um 0.30 Uhr "- ursprünglich stand da mal 20.20 Uhr :-(  und noch sind wir jetzt - um 19.20 Uhr erst in Lugano und haben noch knapp 400 km vor uns. Jetzt sind wir 15h 30 unterwegs für 1062 km. Für den Rückweg müssen wir uns definitiv eine andere Route ohne Serpentinen und Tunnel raussuchen. Hoffentlich war das jetzt der letzte Stau...

Leider sind wir aufgrund der katastrophalen Fahrstrecke und der vielen Staus erst wieder um 0.30h auf dem Autobahn Rastplatz 50 km vor Livorno angekommen. Das war eine sehr anstrengende Fahrt und so fallen wir todmüde in die Koje. Morgen um 7 Uhr klinge lt der Wecker, dann alles zusammenräumen und ab nach Livorno, wo die Fähre um 10 Uhr ablegen soll. Aufgrund der Erfahrungsberichte, die ich so gelesen hatte bzgl. Hund auf der Fähre, war der große Rucksack voll gefüllt mit allem, was wir für die Überfahrt (Tagesfahrt 8 Stunden mit Moby) für den Lütten brauchen sollten. Trinknapf und Wasser, Futter, Gassibeutel und Küchenrolle (für den Fall der Fälle ;-) ) Decke, Leckerlis, Leine, Maulkorb (dieses gestaltet sich für Kurznasen extrem schwierig und der Kleine fühlte sich zuhause beim Probetragen sichtlich unwohl. Leider wurde überall in den Berichten auf eine Maulkorbpflicht hingewiesen), Jacke und Halstuch für mich, denn an Deck wird es schnell kalt und zugig. Und so sollte es auch kommen.

 

Voli parkte das Häuschen professionell im Fährbauch, Tasche geschnappt, Hund auf den Arm und die Decks hochgestiefelt. Keinerlei Ausschilderung, wo wir unsere extra gebuchte Hundekabine finden würden. Auf der Suche nach der Rezeption irrten wir, wie auch die anderen Passagiere, durch die langen Gänge.
Irgendwann waren wir erfolgreich und bezogen die Hundekabine. Diese ist sehr spartanisch und schon ein wenig oll, aber sie hat eine Toilette und Dusche und sollte für die nächsten 8 Stunden auch nur unser Rückzugsort werden, wenn es an Deck zu kalt wird. Denn laut Reiseberichten sind Hunde nirgendwo im Innenbereich erlaubt ausser in den Kabinen. Und 8 Stunden bei ggfs. schlechtem Wetter draussen frieren wollten wir nicht. Rückblickend hätte man sich diese sparen können, aber das wussten wir nicht, und das Wetter war ja auch recht gut.
Nach dem kurzen Bezug der Kabine ging es ab an das Sonnendeck (oder eher Winddeck ;-) ) und ein freies Plätzchen gesucht, die Liegestühle ganz frech aufgestellt und die Sonne auf der Nase genossen. Im Sommer, wenn das Schiff pickepacke voll ist, sind mitgebrachte Stühle an Deck nicht erlaubt. Aber es gab auch gar keine Sitzgelegenheiten draussen, sodass sich alle anderen entweder auf den Boden, auf den Poolrand oder auf mitgebrachte Campingstühle setzten.

Der Maulkorb blieb Schnuff zum Glück erspart, und obwohl diverse Hunde mit an Board waren, waren bis auf 1-2 Ausnahmen alle extrem lieb und gechillt.
Man scheint hier also ausserhalb der Saison zwei Augen zuzudrücken.
Die große Herausforderung folgte zugleich: wohin mit dem Lütten, um sich zu erleichtern? Hundetoilette an Board (es gibt Schiffe, die haben dieses) Fehlanzeige. Wir fragten an der Rezeption, und die meinten einfach nur "outside".... ok....
Zwei mal hat Schnuff in der allerhintersten Ecke gegen die Reling gepinkelt, alles andere hat er sich die 8 Stunden verkniffen. Das muss schon sehr hart für ihn gewesen sein, wo er doch gestern 5 Haufen machen musste ;-) Aber zu keiner Zeit wirkte er ungechillt oder leidlich.
Er ist einfach der allertollste Hund der Welt!
Bis 15 Uhr hielten wir es auf dem Aussendeck in unseren Liegestühlen - dick eingemummelt - aus, aber dann wurde es mit zunehmenden 7-8 Windstärken doch schon sehr kalt und wir zogen knappe 2 Stunden in die gebuchte Kabine auf ein Schlummerchen.
Trotz des starken Windes (man konnte auf dem Deck fast gar nicht mehr laufen) hat das Schiff extrem wenig geschwankt. Trotzdem waren wir vorsorglich mit Reisetabletten gedopt und der Schnuff bekam seine "Nux vomica" Globuli.
Sandwiches und Kaffee waren an Board sehr lecker und sogar einigermaßen erschwinglich, und auch der Kleine wurde im Innenbereich (ganz am Rand) geduldet. Das hatte ich aufgrund der Berichte / AGB's der Schiffe alles ganz anders erwartet und war schon bei Start ein wenig nervös wegen der Fährfahrt, aber letztendlich war alles suuuuper entspannt, wenn auch anstrengend. Wir waren dann auch froh, als wir um kurz vor 18 Uhr wieder in unserem Häuschen saßen und auf die Ausfahrt von der Fähre warteten.

Welcome Sardegna !
Ein wenig nervös angesichts der Tatsache, dass der Kleine so dringend mal sein Geschäft machen müsste, befuhren wir in Olbia die Insel und suchten als erstes nach einem Grünstreifen für unseren Schatz. Nicht so einfach in einer kleinen Stadt, aber wir wurden fündig und ich war erleichterter.
Voli dagegen wurde angesichts des  Freitagsabends-Staus und der extrem engen Straßen zusehends unentspannter, und die Strasensituation sollte auch nicht wesentlich besser werden.
Aufgrund der Windvorhersage (Nordwest-Wind) sollte unser erster Spot "Valledonia" werden. Ich hatte ja die vergangenen 8 Stunden genug Zeit, um mich mit meiner neuen Lieblingslektüre (übrigens SEHR zu empfehlen! ) "Kitesurfen auf Sardinien" von Sabrinita eingehend zu beschäftigen. Ein SUPER Buch, in dem viele Spots direkt beschrieben werden - einschließlich Koordinaten für Stellplätze, Supermärkte und allem, was für uns Kiter halt wichtig sein könnte. Unbedingt kaufen! (Gibt's bei A.....)
Mit Hilfe dieses Buches zusammen mit der Satellitenübersicht von "Karten" im Handy haben wir nach 1,5h Fahrt durch übelste Serpentinen und schmale Straßen endlich unser erstes Ziel auf Sardinien gefunden. San Pietro hat einen Sandplatz direkt am Meer, auf dem man gut stehen kann. Es ist schon dunkel, als wir um 20.30 Uhr ankommen, aber der Wind bläst und die Dünengraswedel vor unserem Häuschen tanzen im Wind. Ich bin schon sehr gespannt, wie es morgen früh hier wohl so aussieht. In diesem Sinne :"gute Nacht" :-)

Der erste Tag auf Sardinien - Samstag, 05.10.2019 - San Pietro/Valledoria
Ich ziehe unser Womo Frontrollo auf und schaue direkt auf das Meer und die davorliegende "Lagune". Noch ist hier Ruhe - lediglich 4 weitere Camper standen mit uns auf dem Sandplatz vor dem Spot "San Pietro" bei Valledoria. Noch können wir die Ruhe genießen, aber das soll sich schon bald ändern.
Es ist Samstag und es ist Wind. Wir scheinen hier den "Grünen Brink Sardiniens"  erwischt zu haben. Nach und nach wird es immer voller und krabbeliger um uns herum. Der Wind weht mit etwa 18-25 Knoten aus Nordwest (sideon von links). Die Wellen sehen toll aus und laden von Weitem ein. Der eine oder andere schleppt ein Freestyle Waveboard unterm Arm mit. Fein, das scheint hier gut zu sein !
Aber was ist das? Die starten alle an der kleinen Lagune und fahren dem Wind entsprechend immer nur die etwa 50 Meter Breite der Lagune hin und her. Keiner geht auf das Meer? Das scheint hier das Flachwasserparadies zu sein, denn es wird immer voller. Jörg nimmt sich den 8er und ich den Schnuff und los geht's zum Strand auf die Meerseite. Ich muss mir das erst mal ansehen, was sich als der schlauere Plan herausstellte.
Starker Beachbreak und starke Strömung; das Starten ist eine Herausforderung, da der Strand direkt abfällt und der Beachbreak einem die Beine fast wegzieht. Hier werden besser Straps auf dem Waveboard gebraucht. Beides bremst den 8er extrem aus, sodass Jörg häufiger ohne Druck im Kite vor einer Weisswasserwand steht. Er fällt dadurch ziemlich ab und kommt nach 2 Versuchen dann schließlich genervt zu Fuß zurück. Alles klar, das erklärt, warum hier keiner auf der Meerseite ist, obwohl die Wellen toll aussehen. Die Freestyle Wavekiter fahren immer noch ihre 50 m auf dem Flachwasser hin und her...
Der Parkplatz ist jetzt proppevoll und alles wuselt um uns herum. Wir packen ein und beschließen, einen anderen Meerspot mit mehr Ruhe zu suchen, schließlich liegt nebenan noch der bekannte Wellenspot "La Ciaccia". Zum Glück hat sich niemand hinter uns gestellt, sodass wir hier noch gut vom Parkplatz wegkommen.

Wir wollen nach "La Ciaccia" fahren und finden auf dem Weg den Campingplatz "Camping International Valledoria"- quasi fast nebenan von "San Pietro". Leider können wir nur noch 1 Nacht hier stehen, weil am nächsten Tag die Saison hier endet, aber dafür bekommen wir die Pole Position direkt am Meer. Ein Traum! Dieses ist uns auch die 30 € für die eine Übernachtung wert. Die Besitzer zweifeln zwar ein wenig daran, dass wir es schaffen, dort hin zu fahren, aber seit heute ist Voli mein Doppel-Held ;-)
Links und rechts schrapen die Oleanderbüsche am Häuschen entlang und es ist nur jeweils ein paar Centimeter Platz zwischen den Bordsteinen, aber nach ein wenig Schwitzen stehen wir tatsächlich direkt am Wasser. Was für ein Traum!
Voli baut den 8er auf und hat noch eine schöne Wavesession direkt vor der Haustür ;-) Ich verzicht heute, da mein Magen sich noch nicht wieder beruhigt hat von der Anreise und den Serpentinen auf dem Weg nach Valledoria. Mir ist ganz duselig im Kopf. Bei kaum vorhandenem Strand und mega Wellen heute wohl die bessere bzw. vernünftigere Wahl. Schnuff freut sich auch, dann ist er nicht alleine.
Abends gibt es PIzza aus der Campingplatz-Pizzeria und Voli bekommt frisch gezapftes Bier ;-) Mit Ausblick auf das tosende Meer und wackelndem Häuschen endet dieser schöne Tag hier.

Sonntag, 06.10.2019 - Valledoria/La Ciacca und Mari Ermi
7.30 Uhr - mein Wecker brummt. Bis um 10 Uhr müssen alle letzten Campingplatzbesucher den Platz verlassen haben, da heute Saisonende ist.
Ich packe schon mal alles zusammen und mache das Häuschen startklar, da ich befürchte, dass es sehr unentspannt werden könnte, wenn wir mit unserem Gefährt erst zur Ver- und Entsorgestelle des Platzes fahren, wenn auch alle anderen dieses machen. Dieses erwies sich als der beste Plan des Tages.
Die Zufahrt zur Ver- und Entsorgestelle war nohmals schwieriger anzufahren als unser Platz. Ich habe mehrfach wirklich gezittert, während Voli wiederum absolut routiniert und professionell das Häuschen in die Mini-Ablassstelle manövrierte. Links und rechts gesäumt von hohen Kanten - wer macht denn so etwas ?! Grmpf....
Alles abgelassen, Wasser aufgefüllt; das reicht jetzt erst mal wieder für die nächsten drei Tage. Da der Wind sich hier erst einmal verabschiedet, entscheiden wir anhand der Strömungskarte von "Windy", dass unser nächster Spot "Mar Ermi" an der Westküste sein soll. Da soll es heute und morgen Wind geben. Knapp drei Stunden soll die Fahrt für die 170 km dauern. Jetzt weiß ich auch warum...
Die Fahrt ging wiederrum durch kleine enge Serpentinenstraßen nach Mari Ermi. Wenn man wie ich seekrank wird, ist das eher suboptimal ;-)
In San Vero Milis sind wir kurzfristig eine andere Route geleitet worden, sodass ich in dem kleinen Örtchen tatsächlich kurzfristig dachte "das war es jetzt, hier stecken wir jetzt auf immer und ewig fest", aber mein Held löste auch dieses Straßenproblem souverän :-)

 

Da Voli gestern auf dem Wasser war, lässt er mir heute den Vortritt und pumpt mir den 8er auf. Da der Wind für den 8er grenzwertig ist, entscheide ich mich für das 5'6er shadow, statt 5'4. Etwas skeptisch suche ich mir einen Einstieg entlang des sehr schmalen Strandes mit den Felsplatten knapp unter Wasser, entscheide mich dann aber doch, ein Stückchen weiter links einzusteigen. Das war schon tricky genug und nicht gut für die Füße. Jetzt versteh ich auch, warum die alle da vorne im Pulk stehen und sich am Strand stapeln ;-) Überhaupt sind die Strände hier extremst schmal - erinnert mich stark an die Ostsee. Naja, wir sind halt Nordsee-verwöhnt ;-)
Ich hatte eine wirklich tolle Session mit kleinen, aber feinen Wellen und einigen Honks auf dem Wasser, die offensichtlich alle keine Vorfahrtsregeln kennen. Oha, ich vergaß... wir sind ja in Italien ;-) Musste mich kurzfristig an meine Windsurfzeiten in El Medano erinnern, wo die Italiener einfach anderen Windsurfern auf's Top gesprungen sind. Selbstbewusstes Fahren ist hier angesagt. Es ist sehr voll, und ich habe aufgrund der Felsformationen knapp unter Wasser nicht so viele Rückzugsmöglichkeiten, wie ich sie bei uns habe. Also, schön selbstbewusst und mit Vollgas (und GUCKEN!) durch das Treiben. Ängstlich darf man hier nicht sein - ebenso kein Anfänger, dann hat man verloren ;-)
Das war wirklich fein!
Hab mir dann beim Landen am überfüllten Beach downwind leider doch noch den Fuß aufgeschnitten, weil der Landehelfer kein passendes Plätzchen für mich fand. Auslösen war mir dann doch sicherer, als den Schirm nach hinten trudelnd am Strand auf die Finnen der geparkten Windsurfboards zu hauen und mich im Zweifel gleich mit. Der Bandit drehte sich gleich perfekt in Parkposition und die Aktion sah schon recht geplant aus ;-)
Mein Fuß brannte, aber als ein Kiter auf mich zukam und mir auf Englisch seinen Respekt aussprach mit den Worten "das war der beste Style und die beste Kitekontrolle aller Leute da auf dem Wasser", da ging mein herz auf und ich strahlte ihn dankbar an. Nach dieser tollen Session ein so nettes Kompliment von einem Mann an eine Frau... das hat mich wirklich geflasht. DANKE - you made my day!
Morgen sind über 30 Knoten und knapp 4m Welle hier angesagt...

Teure Fehler, Pecorino und eine schlaflose Nacht
Ich habe gestern 1.500 EUR versenkt😥
Nachdem ich vorgestern eine meeega Session bei tollsten Sahnebedingungen mit meinem 8er in Mari Ermi an der Nordwestküste hatte, war ich natürlich heiß auf eine Wiederholung am gestrigen Tag.
Angesagte 32-38 Knoten und 4m Welle lockten, aber auch das Wissen, dass dies für mich leider zu viel Wind sein würde,wenn Jörg mit dem 5er schon am Anschlag war, wartete ich seeeeehnsüchtig auf den Nachmittag, denn da sollte der Wind drastisch runtergehen.
Das tat er auch gegen 16 Uhr, sodass ich voller Vorfreude um 16.30 Uhr in den 3/2er Neo (wie geil ist das denn bitte? 😉 schlüpfte und mir den 8er Bandit S und mein 5"6er Shadow schnappte und zum Strand hüpfte.
Schirmstart bei absolut passendem Wind.... aber nicht gepeilt, dass ich beim Starten gestern ganz anders stand. Jörg ist es irgendwie auch erst später bewusst geworden, als ich bereits draussen war-der Wind hatte stark abgenommen und auf Nord gedreht- also ablandig...
Auffallen hätte mir auch, dass ich beim Rausfahren nach links mit dem linken Fuß vorne stand und das Rausfahren über die Welle am Strand mehr ein Eiertanz aus Abfallen und sofort switch fahren war. Gestern bei Wind von rechts war alles alles anders rum und fast easy. Ich war echt verpeilt 😞
Nach ca. 20 min nahm der Wind auf einmal so zu, dass ich den 8er kaum noch halten konnte (und ich KANN halten!) und ich entschied mich, zurück zum Strand zu fahren. Dieser war schon sehr schwer zu erreichen (ich hatte es immer noch nicht wirklich gerafft, dass der Wind ablandig war - wie peinlich ist das denn? ). Ich kam kaum an Land und fiel durch den ablandigen starken Wind mit viel zu großem Kite also extrem ab von den anderen Kitern und von Jörg am Strand. Ich peilte eine Stelle an, wo noch 2-3 andere Kiter gestrandet waren. Die könnten mich landen...
Aufgrund des Beachbreaks musste ich ca. 10m vor dem Ufer vom Board steigen und mich mit dem Board an Land ziehen lassen, hoffend, dass mich keine Welle auf den Strand schmeißt.
Auf einmal - ich weiß bis heute nicht warum - öffnete sich mein Quickrelease und der Schirm löste natürlich aus. Das tat er auch ganz brav, allerdings natürlich nicht auf den Strand, sondern hinter mir auf dem Wasser. Da das Ufer für mich gefühlt zum Greifen nahe war, versuchte ich noch, den Schirm irgendwie an mich heranzuziehen, aber die Strömung und der Wind waren so stark, dass der Schirm mich vom Ufer weg zog. Keine Chance... Also habe ich mich komplett vom Schirm getrennt, was jetzt im Nachhinein wahrscheinlich intuitiv die einzig richtige Entscheidung war.
Ich hatte noch mein waveboard und konnte mich daran festhalten, versuchte aber vergeblich, an das Ufer zu gelangen. Ich blieb trotz Schwimmen immer auf der Stelle, obwohl ich nur 10 m entfernt war. Jetzt ist mir bewusst, wie Menschen 10m vom Strand ertrinken können.
Ich hatte Glück und mich schubste eine kleine Welle ein Stückchen nach vorne, sodass ich die Hand eines zur Hilfe gekommenen deutschen Kiters nehmen konnte und wieder Land unter den Füßen hatte.
Ein trauriger und hilfloser Blick in Richtung Wasser: da schwammen also ein nagelneuer 2020er Kite samt Bar und neuer Riprope Leash gen Horizont.
Jörg war bereits umgezogen, hatte kein Material mehr am Strand und die 3 Kiter, die noch auf dem Wasser waren, machten keinerlei Anstalten, den Kite einzufangen.
Das war's dann wohl... 😥
Wir haben zwar noch bei der mobilen Kiteschule gefragt, ob es eine Chance gäbe, dass der Schirm irgendwo angespült wird, aber der Kitelehrer machte uns keine Hoffnung bei der Windrichtung. Als nächstes kommt dann Mallorca.
Trotzdem sind wir noch 5km weiter südlich gefahren, um zu schauen, ob man vorn dort ggfs. nochmals starten könnte, um ihn vielleicht draussen einzusammeln, aber zum Glück war Jörg dann doch so vernünftig, es nicht zu tun, denn es war ja schon Abend und der Wind schwächelte...
Ich schüttele heute noch meinen Kopf, wie ich/wir so verpeilt sein konnten.
Seit 2002 kite ich, NIE NIE NIE bei ablandig ! Noch nie (Klopf auf Holz) hatte ich eine gefährliche Situation, weil ich ein übervorsichtiger Mensch bin.
Ich kann es mir nicht erklären.
Letztlich bin ich heil an Land angekommen und es ist "nur Geld", was da weggeschwommen ist. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn mir da draussen der Schirm gedroppt, verdreht etc. wäre... ich fasse es immer noch nicht, wie wir so blöd sein konnten. Da muss die Gier einfach ZU groß gewesen sein, dass das Hirn ausgeschaltet wurde. Und das MIR.....
Glaubt mir, diese Szenarien, "was wäre wenn", "hätte ich den Schirm doch irgendwie versuchen sollen, wieder zusammenzubauen, wissend, dass ich nach draussen gezogen werde?" "War ich ein Angsthase, dass ich es nicht versucht habe?" haben mich die ganze Nacht grübeln lassen.
Und NEIN, es war die richtige Entscheidung, SOFORT komplett zu trennen, bevor ich noch weiter rausgezogen wurde, denn hier ist nicht Deutschland oder Dänemark, wo die Seenotretter sofort kommen, das hier ist eine italienische Insel, die noch nicht einmal ordentlich große Straßen oder größere Ortschaften in der Umgebung hat. Hier kommt bestimmt niemand. Und dann ist da nur noch Mallorca....

In diesem Sinne: scheut euch nicht, euch komplett vom Kite zu trennen. Und zwar rechtzeitig! Es ist "nur Geld"


In Is Aruttas - 5 km weiter südlich - haben wir ne volle Stunde mit zwei Ferngläsern nach dem mango/bluelagoon Bandit Ausschau gehalten und ihn auch tatsächlich weit am Horizont gefunden. Unglaublich, wie schnell der da rausgetrieben ist. Und Gott sei Dank ist Voli nicht auf die dumme Idee gekommen, da noch raus zu fahren, um ihn wieder einzusammeln - ich wäre gestorben vor Angst !
Auf den Schreck gab's für Voli erst mal nen Drink und nen vollen Teller warmer Spaghetti. Während des Essens zeigte sich der Horizont in den wunderschönsten Farben und das Meer lag ruhig da, als sei nichts gewesen. Krass der Unterschied zu heute morgen! Irgendwo da draussen schwamm jetzt der gute Kumpel ganz allein in den Sonnenuntergang :-(  Schnüff.....

Plötzlich klopft es an die Tür. Es ist schon dunkel. Etwa die Carabinieri, die uns auf unser "Wildstehen" aufmerksam machen wollten?
Nein, ein Italiener grüßt freundlich und möchte uns seinen selbst hergestellten "Pecorino sardo" verkaufen. Obwohl wir gerade essen, zollen wir ihm interessiert unseren Respekt und folgen ihn mit Schnuff im Schlepptau zu seinem Kastenwagen nebenan.
Schnuff kann seine Freude vor den ganzen Schafskäselaiben und Salamis im Auto nicht verbergen - am liebsten würde er direkt reinspringen.
Wir bekommen den Pecorino und die Salami zum Probieren gereicht, und auf einmal stehen wir nicht mehr alleine da. Ein weiteres Pärchen wurde neugierig.

Einen ganzen Käse könnten wir nur kaufen - für 113 €. Für 5 kg sicher ein super Preis und ja eine absolute sardische Spezialität, die sowieso auf meinem Einkaufszettel für Sardinien stand.  Vakumieren könne er ihn uns. Aber 5 kg sind uns dann doch ZU viel. Auch wenn der Schnuff für Schafskäse stirbt ;-)
Wir einigen uns auf einen halben Laib Käse. 1/4 so und 1/4 vakumiert zum Mitnehmen nach Deutschland. So lecker, wie der ist, könnte es aber schwer werden ;-)

Und eine selbstgemachte Salami - lecker ! 65 € ärmer und einen Menschen glücklich gemacht - fein! Wir freuen uns schon auf die Leckereien, die nicht in einer Fabrik, sondern von Hand mit Liebe hergestellt wurden...

Guten Morgen Is Aruttas am Dienstag, 08.10.19 !
Hach, das ist hier schon ein schönes Fleckchen Erde - nur die heute zuhauf einfallenden Touris mit Mietwagen (wo kommen die denn her, hier gibt's doch nix?) , die alle neben uns parken, um zum Baden an den Strand zu gehen, nerven ein wenig. Da hat uns Mari Ermi mit Natur pur wesentlich besser gefallen.
Das Meer ist heute so ruhig und so komplett anmders als die letzten beiden Tage. Als wäre nichts gewesen... und irgendwo da draussen treibt der Kumpel immer noch alleine.

Es ist sehr spartanisch hier alles, und heruntergekommen, aber alles, was wir brauchen, haben wir an  Board. Ausser Essen  für die nächsten Tage (obwohl, Spaghetti gehen immer, nur möchte ja niemand im Urlaub immer nur das Gleiche essen ;-) Verhungern würden wir jedenfalls nicht), denn ein wenig Abwechslung soll sein,  und wir möchten natürlich auch die Spezialitäten der Sarden hier mitnehmen.
In Oristano, 15 km südlich (ist der nächste größere Ort) gibt es (Danke an unsere Sardinien-Bibel! ) ein Einkaufszentrum mit Supermarkt, den wir heute als erstes ansteuern wollen. Es ist eh bis Donnerstag kein Wind und wir wollen morgen wieder in den Norden fahren, um die bestmögliche Windausbeute für Donnerstag abzubekommen. Hier in Mari Ermi kommt leider zu wenig an.
Über Cabras (hier haben wir auf der Rückfahrt auch zwei Supermärkte entdeckt, hätte also gereicht) nach Oristano dieselber engen und kaputten Straßen. Nur Olivenbäume, Oleander, Kakteen und karges Land. Ich mag das ja... Voli findet es nicht so schön.
In Oristano angekommen haben wir das Gefühl, es sei Weihnachten und alle Menschen gehen einkaufen. Um 12 Uhr mittags ist es so proppevoll auf den Straßen und beim Einkaufscentrum natürlich kein Platz für uns. Auf den ersten, zweiten Blick auch nicht...
Wir cruisen ein wenig im Kreis und durch die halbe Ortschaft immer darauf bedacht, mit unserem Dach nirgendwo hängenzubleiben oder um die Ecken der kleinen Sträßchen zu kommen. So, nach diesem Urlaub wissen wir definitiv: VOLI KOMMT MIT DEM HÄUSSCHEN ÜBERALL HIN !!!

Mutig fährt er einfach auf den völlig überfüllten Parkplatz in Richtung der Tiefgaragenplätze. Ich hätte wohl lieber irgendwo ausserhalb geparkt und wäre ein Stück gelaufen. Zum Glück und nach mehrmaligem Befahren kleiner Einbahnstraßen (oh wehhhh) - ging nicht anders, es gab sonst kein vor- oder zurück mehr - Augen zu und durch ;-) fanden wir einen kleinen Platz, wo wir uns abstellen konnten. Schnuff verdunkelt, damit es nicht zu heiß ist und los....
Die Italiener scheinen es nicht so zu haben wie wir Deutschen mit der Ausschilderung ;-) Nach ein wenig Suchen haben auch wir Touris dann den Eingang gefunden und den Einkaufswagen vollgemacht mit Wasser und allerlei Leckereien, die uns anlachten. Der Einkauf reicht jetzt für eine Woche Einsamkeit. Prima!
Auf dem Rückweg in Cabras noch kurz getankt (für 1,56 € / Liter Diesel - und wir Deutschen quaken...) an einer ebenso heruntergekommenen SB-"Tankstelle"und 14 € verschenkt, weil wir nur 100 € passend hatten und der Automat keine Karten nahm...
Den Rest des Tages verbrachten wir wieder auf unserem alten Stellplatz am Strand von Mari Ermi mit Scherbensammeln (ich habe auf dem "Strandweg" innerhalb 5 Minuten soooo viele Glasscherben eingesammelt - was stimmt denn mit den Menschen nicht? Da muss ich ja Angst um die Füsse des Schnuffs haben, und um unsere auch...), Antipasti, Brot und einem schönen Sonnenuntergang. Fast alleine.
Morgen soll es wieder in den Norden gehen, dem Wind hinterher...

Arriverderci Mari Ermi -10.10.2019

Ein Blick aus dem Fenster: spiegelglatte See  und null Wind - war das etwa der Spot der letzten Tage?

Da leider nur morgen für die nächsten Tage - und auch nur im Norden der Insel - Wind angesagt ist, packen wir nach dem Frühstück mal wieder ein und wollen Vignola im Norden (liegt links neben dem berühmten Windsurfer-Spot "Porto Pollo") ansteuern. Dort gibt es den Campingplatz "Tortuga Vignola", der tatsächlich auch geöffnet sein soll :-) Wasser müsste aufgefüllt werden.
Wieder geht es quer durch die Berge die kleinen Serpentinen bis ganz nach oben und wieder hinunter. An einer Stelle kam uns ein Reisebus in einer Kurve entgegen, der unsere Fahrspur mitbenutzte. Hier mussten wir kurzerhand bremsen und zurücksetzen, sonst hätten wir beide festgesteckt. Das sind Abenteuer!

Da ich Höhenangst habe, vermeide ich besser das Herabsehen an den Hängen in den engen Kurven. Aber auch das meistert Voli wieder souverän.
Für die gut 200 km brauchten wir 3 Stunden. Schließlich standen wir vor dem Campingplatz. Schnell Wasser aufgetankt und ein Plätzchen in der Nähe des Wassers gesucht.
Der Platz ist zum Glück sehr leer, aber um uns herum immer noch genug Windsurfer und Kiter - Wohnmobile. Nach der Einsamkeit Mari Ermis kommt mir das schon fast "voll" vor ;-) Es gibt eine Wasserlandschaft und Spielplätze für die Lütten. Also ein Familien-Campingplatz.
LTE ist hier eher ein seltener Gast, und auch das 3G Netz läuft gerne mal weg. Für 5€ / Tag kann man aber WLAN kaufen...
Übrigens apropos kaufen... die Übernachtungspreise liegen hier mit 30€ wie bei uns.
Der Strand ist sehr begrenzt durch Felsen links und rechts des Strandabschnittes. Hier kommen allerdings nur die Campingplatzbewohner hin.
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es hier aussieht, wenn der Platz voller ist - das muss das Chaos pur sein! Keine wirkliche Welle, dafür aber auch hier gewaltiger Shorebreak, durch den man sich liegend herausziehen lassen sollte, möchte man nicht wieder ausgespuckt werden. Der Strand besteht auch hier (wie in Mari Ermi) aus klitzekleinen Kieseln und nicht aus Sand. Schnuff freut sich trotzdem, dass er buddeln kann.

Da es noch keine Welle gibt und der Wind für nachmittags etwas stärker (ich hoffe ja auf den 7er, weil der 8er ja weg ist, und der 9er für mich ja schon ein "Hauszelt" ist ;-) ) vorhergesagt ist, lasse ich Voli mal wieder den Vortritt, was sich wieder als gute Entscheidung herausstellt.
Der Wind geht rauf und runter, und auch nachmittags ist die Welle nur im Uferbereich, sodass man nach einem Turn fast auf dem Strand ist (Reminder: ein Fehler, und der Shorebreak schmeißt dich auf den Strand, dahinter direkt der Platz, keine nette Vorstellung). Wind leider auch nicht mehr als für den 9er. Das macht mich nicht wirklich an, also auch heute leider keine Kitesession für mich. Ok, dann komme ich mal meinen Hausfrauenpflichten nach und mach nen Kartoffelsalat ;-) und kümmere mich anschließend wie immer um die Routenplanung für die nächsten Tage bei Ostwind. Gar nicht sooooo einfach, denn die Campingplätze, die ich an der Nordostküste rausgesucht habe, sind entweder geschlossen, oder keine Hunde erlaubt :-( Frei stehen wird dort nicht so einfach, weil wir uns an die Stadtstrände Olbias begeben, wo erfahrungsgemäß viele Touris sind. Und alle anderen Wassersportler haben bestimmt ähnliche Ideen.
San Teodoro la Cinta soll das Ziel für morgen sein. Ggfs. weiter nach La Caletta oder noch ein bisschen runter nach Capo comino.
Aber eigentlich würde ich am allerliebsten einfach wieder an unseren liebgewonnenen einsamen Strand Mari Ermis. Aber NULL Westwind in Sicht - nix für die Zeit, die wir noch hier sind. Kann ja auch nichts schaden, noch ein wenig mehr von der Insel zu sehen, aber ich habe immer ein wenig Sorge wegen unserer Häuschen-Größe und Stellplatz... naja, wir werden sehen und ich werde berichten. Morgen....

Ab in den Nordosten! Freitag, 11.10.2019
Der Nordosten soll mit seinen türkisfarbenen Wasserfarben und schneeweißen Stränden mit karibischem Flair locken. Das müssen wir uns auf jeden Fall ansehen, auch wenn das vermutlich Touri-Alarm bedeutet, denn wir begeben uns nun in die Nähe von Olbia, wo wir auch mit der Fähre angekommen sind. Nur hier wird es im Laufe des Wochenbeginns Ostwind geben, und es sind auch zwei Thermikspots in der Nähe, sodass wir hoffen ein wenig foilen zu können.
Vorher nochmal schnell auf dem Campingplatz Wasser aufgefüllt und Grauwasser abgelassen, wer weiß, wann's wieder was gibt ;-)
Der Weg geht wieder über die Berge, und aus irgendeinem Grund landen wir auf einmal miten im klitzekleinen Bergörtchen Luogosanto. Wir sind wohl irgendwo falsch abgebogen, oder das Concorde Navi spinnt mal wieder - das hat uns schon mehrfach verzweifeln lassen hier..
Zauberhaft niedlich das Örtchen, und endlich auch mal wieder Einheimische ;-) 
Da fällt mir ein: überhaupt sind am Meer überhaupt keine Einheimischen angesiedelt, diese leben alle im Landesinneren; das Meer wird ausschließlich von Touristen bewohnt. Das liegt daran, dass die Sarden das Meer fürchten. Viele Piraten, Eroberer (Spanier und Co.) kamen stets über das Meer, sodass die Menschen in das Landesinnere flüchteten und das Meer als böse ansahen. 
Links und rechts kleine Balkone an den Häuschen und wir haben wohl mehr Glück als Verstand, denn es passt mit den geparkten oder entgegenkommenden Autos immer gerade so, dass wir uns nicht die Spiegel oder das Dach abreißen ;-)
Gut, dass ich heute morgen schon frisch geduscht habe und das Deo wirkt - ich kralle mich im Sitz fest und warte darauf, dass es scheppert.
Aber Voli behält wie immer die Nerven und lenkt das Häuschen mehr als ein Profi durch die engen Ortsgässchen.
Doch auf einmal geht gar nichts mehr - das scheint das Ende unserer Reise zu sein und wir stecken hier für den Rest unseres Lebens fest: Wir sollen nach links abbiegen in ein kleines Gässchen, aber genau an der Abzweigung ist eine BAUSTELLE !!! Keine Chance! Wir können nur rückwärts wieder raus und gucken, dass wir irgendwo wenden können. Ich schwitze weiter, Voli macht das…
Puuuhhh, ich entdecke ein kleines Schild mit Pfeil und LKW darunter. Das scheint der Ausweg zu sein. Rückwärts da rein, gedreht, noch ein paar mal schwitzen und wir sind raus aus Luogosanto. Noch mal gut gegangen ;-)
Nun ist auch die Strecke nach Olbia wieder ausgeschildert und es geht weiter durch die Serpentinen Richtung Ostküste.
Links und rechts sind die kleinen Gräben immer wieder mit Plastik- und Glasflaschen zugemüllt. Einfach so in die Landschaft geworfen. Ich kann mich nur kopfschüttelnd und traurig wiederholen: WAS STIMMT MIT DEN MENSCHEN NICHT?????

In San Teodoro angekommen (Freitag früher Nachmittag) erschlagen uns nicht nur die unzähligen Restaurants auf dem Weg zum Strand, sondern dort angekommen auch die vielen Menschen. Voli parkt das Häuschen erst mal etwas weiter weg am Park-Seitenstreifen und geht mit Schnuff den Campingplatz suchen.
Er ist gerade aus der Tür und um die Ecke, da hält neben uns sie Polizei. Na, das fängt ja gut an, hier. Ich erkläre den sehr netten Damen, dass wir nur kurz den Campingplatz checken und in ein paar Minuten hier wieder weg sind. Alles klar, kein Problem. Uns kommen viele Womos entgegen - anscheinend scheint dieses die zum Camping führende Straße zu sein.
Voli kommt wieder mit den Worten "das ist hier wie Timmendorfer Strand". Und Hunde sind auf diesem Campingplatz auch nicht erlaubt. Pfffffttttt..... die können uns mal gerne haben, hier wollen wir sowieso nicht bleiben - viel zu voll und touristisch. Da kann auch nicht der türkisfarbene Karibikflair trösten und locken. NÖ.

 

Wir holen unsere Sardinien-Bibel raus und werfen das Navi an: nach La Caletta sind es etwa 15 km südlich.Mal schauen, was uns dort erwartet. Es soll auch ein Thermikspot sein. Aber auf Thermik haben wir an diesem Tag vergeblich gewartet.

La Caletta ist ein klitzekleines Örtchen. Auch hier lässt sich erahnen, dass im Sommer hioer wohl einiges los ist, aber jetzt ist auch hier alles geschlossen.

Wir parken an einem der Sandplätze, machen die Fahrräder und den Hundeanhänger für unsere erste Radtour mit Schnuff fertig und fahren vom Parkplatz über den kleinen Hafen in das Örtchen, wo wir ein kleines Eiscafe direkt an der Straße finden. Wenigstens etwas. Das Eis war ok, aber kein kulinarisches Highlight. Und auch ist man hier nicht so freundlich, wie wir es bisher an der NordWestküste erlebt haben. Aber es sollte noch unfreundlicher kommen.
Nach dem Eis wurde noch ein wenig imit Schnuff im Wasser geplanscht und noch ein paar Löcher gebuddelt ;-) Der Strand auch hier eher touristisch, aber leer. Hierher verdrücken sich wohl die Rentner gerne ;-)
Wir standen auf dem Parkplatz nicht alleine - vielleicht 5 Womos, aber irgendwie schien ein Italiener sich an uns zu stören und fing an, Voli auf italienisch wild gestikulierend einzureden. Der verstand natürlich nur Bahnhof, aber als er dann Fotos machte und zum Telefon griff, beschlossen wir, diesen Platz zu verlassen. Auf Stress hatten wir keinen Bock. Wir sind dann einfach einen Platz weiter südlich gefahren, und schließlich standen wir da mit Blick direkt auf das Wasser auch viel besser ;-) Den Grill haben wir uns trotzdem nicht mehr getraut, rauszuholen, also gab es Wiener aus dem Glas. Kann man machen... Leider ist der Platz - wie die anderen auch -direkt an der Straße und es war nicht ganz so ruhig und einsam, wie wir es gerne haben.

Samstag, 12.10.2019 - La Caletta
Üblicher allmorgendlicher Wettercheck: der Wind hier hat sich verdrückt (war ja klar ;-) ) also die Segel neu setzen.
Chia im Süden wäre möglich, aber aufgrund der täglichen Fahrerei haben wir keine Lust mehr, wieder 4 Stunden heute im Auto zu sitzen, um ganz in den Norden zu fahren, nicht wissend, ob es da Wind gibt. Den Süden wollen wir uns für unsere nächste Sardinienreise aufheben, also wieder in den Norden
.
Porto Pollo hat wohl ein bisschen Wind, sodass es vielleicht zum Foilen /Swingen ausreichen könnte. Und knapp 2h Fahrzeit ist jetzt auch ok.
Auf die "Autobahn" und die nächste Tanke angesteuert. 1,76€ wollen die? No way! Voli will nur kurz die Scheiben säubern, weil wir durch das Salz an den Scheiben kaum noch etwas sehen können. Drei junge Tankstellen Mitarbeiter kommen interessiert zu uns, entdecken den Schnuff und einer ist ganz verliebt in ihn; will Fotos mit ihm machen, ihn auf den Arm nehmen und ihn seinem Barista zeigen. "Geh da ja mit und pass auf ihn auf!" meine Worte an Voli. Nicht, dass wir unseren Schatz nachher los sind! Eine Freude und Freundlichkeit pur, wie schön!

Nach dieser kleinen Pause war unser nächster Stop bei Olbia ein "Conad" direkt an der Autobahn. Schnell Obst und Brot, Bier und Wein nachgeladen und Voli konnte an der anliegenden Autowaschanlage sogar die Scheiben mit Hochdruck richtig säubern. Nun können wir weiter Richtung Norden auf meine haßgeliebte Serpentinenstrecke mit den Glas- und Plastikflaschen im Graben (wirklich unfassbar, wie blöd die Menschen sein müssen!) .
Wie immer kommen wir in Porto Pollo gegen frühen Nachmittag an. Auch hier am Samstag - wie erwartet - Timmendorfer Strand-Feeling, daher wählen wir den westlichsten der Parkplätze, zudem man nur gelangt, wenn man die Verbotsschilder missachtet und hofft, dass keiner entgegenkommt ;-) In der Nebensaison ist hier eh alles anders und man muss die Schilder nicht so Ernst nehmen - es ist jetzt vieles geduldet.
"Hunde verboten" - das verheißt nix Gutes. Also nehmen wir den Schnuff brav an die Leine und kraxeln die Sanddünen vom Parkplatz hinauf zum Wasser. Dort stellen wir aber fest, dass Schnuff nicht der einzige HUnd ist und andere die Schilder wohl auch "übersehen" haben ;-)
Es sind mittlerweile fast 30 Grad und es ist erstaunlicherweise nur im Womo auszuhalten. Deswegen bleiben wir auch nur ne halbe Stunde am Strand, buddeln kühlende Löcher im Schatten einer kleinen Sanddüne und checken die Spotlage. Schöne Bucht, um Foilen oder swingen zu üben, da hier keine Hindernisse im Wasser sind, wie sonst. Aber ohne Wind wird dat eh alles nüscht.... Also Käsekuchen (nein, nicht aus Pecorino, Christoph ;-) ;-) ;-) )  und Kaffee im Womo, und für den Schnuff eine kühlende Dusche und Kühlhalsband. Der Arme....

Montag, 14.10.2019 - Porto Pollo
Haha, als ich Tom gestern erzählte, dass wir nach Porto Pollo fahren, musste er lachen - Pollo hieße ja Hähnchen ;-) Ok, dann stehen wir seit gestern am Chicken-Strand ;-)
Und das trifft es eigentlich ziemlich genau, denn durch die sichere U-förmige Bucht kommen keine Wellen rein, und auch sonst scheint sich hier alles zu versammeln, was auf Flachwasser steht. Hinzu kommen 2-3 Kiteschulen, die quasi den gesamten Strand und das Wasser erst mal dichtmachen. Naja, ist ja auch ihr gutes Recht - die leben schließlich davon. Die Kiteschüler werden hier morgens per Shuttle hingefahren, dann per Bodydrag nach draussen gebracht und dort dann losgelassen ;-) 2 Schlauchboote kreisen dann den ganzen Tag und sammeln alle wieder ein ;-) Schulung auf italienisch halt ;-)
Wir haben den gestrigen Sonntag hier am Strand nur mit chillen verbracht, und Voli hat ein paar Runden mit dem Swingfoil gedreht. Nichts spektakuläres - ein Sonntag eben ;-) Bandit hat zwei kleine 9jährige Mädchen als Freundinnen gefunden und wird den ganzen Tag bespaßt. Also alle zufrieden.
Heute morgen hupte es erneut auf dem Parkplatz und ein netter Herr rief freundlich und erwartungsvoll "Formaggio".
Prima, schnell den Käse-Vorrat aufgestockt, denn der verdunstet hier quasi.

Heute ist ab 14 Uhr ein wenig Wind, sodass wir das Rocket Foil und zwei Swings schultern und uns in das Gewühle am Strand stürzen. Da nur hier oben in der Ecke Wind ist, ist natürlich der Andrang an windhungrigen Kitern groß. Diverse Foiler ziehen in dem spiegelglatten und türkisfarbenem Wasser grazil ihre Bahnen. Das sieht schon toll aus! Ich erschwitze derweil in meinem 3/2er Langarm fast auf dem Weg zum Strand, denn die Sonne brutzelt hier mit 30 Grad.
Ein schnelles Bad mit Schnuff in dem seicht plätschernden Wasser tut gut. Toll - Mitte Oktober und ich halte es in 3/2 nicht aus ;-)
Leider mag sich der angesagte Wind mit etwa 14-16 Knoten nicht einstellen, das mag an der aufziehenden Gewitterfront im Nordwesten liegen, die gegen den Ostwind drückt. Der 5.0er Swing lässt sich kaum in der Luft halten, so wenig, aber für die ersten Swing-Versuche auf dem Rocket Foil sind die Bedingungen perfekt! Keine Schwippschwappwelle und nur wenig Wind, sodass ich erst einmal das Handling und die Funktionsweise des Swings verstehen lernen kann.

Nach ein paar ungrazilen Abgängen - sicher sehr zur Unterhaltung der wartenden Kiter am Strand ;-) - fahre ich tatsächlich die ersten Schläge und schaffe sogar eine Wende ;-) Was aufgrund der überall rumtreibenden Kiteschüler und Kites auf dem Wasser schon anspruchsvoll ist, denn ich beherrsche meinen Swing ja auch noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Ich treibe schon noch aufgrund des Windmangels relativ viel downwind ab. Welcome im Swinger-Club ;-)

Der Wind schläft jedoch ganz ein und beendet den Bade-Spaß. Auch sieht es so aus, als bekämen wir demnächst eine Husche, denn die scharf umrandeten Gewitterwolken nähern sich doch. Bleiben dann aber doch auf der Stelle.
Abends die obligatorische Pizza aus dem Restaurant in Porto Pollo geholt und den Abend ausklingen lassen. Herrlich...

Dienstag, 15.10.2019 Porto Pollo

Heute morgen haben wir festgestellt, dass wir noch nirgendwo so lange verbracht haben, wie hier, wo wir am Anfang doch eher kritischer waren, weil der Spot doch schon sehr voll ist. Aber es ist nach wie vor auf der Nordhälfte der Insel (vielleicht sogar auf der gesamten Insel) nur hier in Porto Pollo Wind angesagt. Deswegen sind wohl auch so viele hier. Wir haben nette Nachbarn und Bandit freut sich über die zusätzlichen Spieleinlagen mit den beiden Mädchen, die ihn doch sehr in ihr Herz geschlossen haben (was ich absolut nachvollziehen kann ;-) )
Da wir jetzt seit Samstag hier autark stehen und die Sonne nicht den ganzen Tag voll geschienen hat, ist jetzt nach 3 Tagen sowohl unser Strom, als auch unser Wasser so ziemlich am Ende. Bis morgen wären wir mit Wasser locker noch klargekommen, aber aufgrund des bewölkten Himmels sieht es da eher mau aus mit Solarstrom, den wir bisher ausschließlich verbraucht haben. (Wer fährt auch in den Urlaub und vergisst den Strom-Adapter ;-) ) Toll, wenn man seinen eigenen Strom produziert ;-) Und wir haben Ferngesehen, Kaffee gekocht, Handy und Lappi aufgeladen und Licht benutzt. Klasse. Aber jetzt ist halt diúrch die Bewölkung keine Chance mehr.
In Palau ist der nächste Campingplatz, denn der Platz hier in Porto Pollo nebenan ist definitiv zu klein für uns. Da kommen wir nicht zum Ent- und Versorgen.
Palau ist ein wirklich süßes kleines Städtchen 20 min. von Porto Pollo entfernt. Am gewünschten Ziel angekommen, stellen wir fest, dass der Platz erstens schon geschlossen hat, und zweitens für uns auch zu klein gewesen wäre. Aber es ist jemand vor Ort, der uns weiterschickt zum 5 km entfernten Campingplatz Baia Saraceno. "Karten" sei Dank finden wir den Weg sehr schnell. Stecknadel gesetzt und los. Tolle Technik!
Dort passt auch alles für uns. Zwar wie überall nicht ganz einfach, aber Voli ist ja Profi mittlerweile ;-)
Wasser abgelassen und frisch aufgetankt und den niedlichen Platz kurz nochmal abgecheckt. Sehr schönes Plätzchen, aber für unseren Geschmack auch viel zu überlaufen und touristisch. Dicht an dicht deutsche Womos mit Menschen, die irgendwie alle gleich aussehen ;-) ;-)
Ein Schweizer Ehepaar um die 60 ist unentspannt, weil sie etwas länger warten müssen, denn irgendwie tröpfelt das Wasser hier sehr langsam in unseren Tank. Auch wenn der Platz sehr idyllisch aussieht, so ist das nicht unser Ding und wir freuen uns auf unser "ruhiges" (zumindest abends, wenn alle Tageskiter wieder weg sind) Plätzchen in Porto Pollo auf dem Parkplatz. Schnell noch ein wenig eingekauft und ab zurück...
Hin- und Rückfahrt und die Sonne haben unsere Batterie zu 75 % wieder vollgeladen. Top :-)
Nachmittags dreht der Wind wieder auf, sodass wir mit 3.5er und 4.2er eine Doppel-Swing-Session machen können ;-)
Heute ist der Wind bei etwa 18 Knoten und das Wasser total schwippschwappwellig inclusive Shorebreak, der auf den Strand trifft. Es ist total schwer, mit dem Foil und dem 2200er Flügel an den direkt am Uferbereich ankernden Schlauchbooten bei dem Shorebreak vorbeizukommen. Überhaupt machen auch hier die Kiteschulen den gesamten Strandabschnitt und auch den Wasserbereich dicht - den "Touri-Kitern" (extra Schild dafür) bleiben ganze 50m. Das ist voll doof. :-(

Ich liege heute viel mehr im Wasser, als dass ich auf ihm fahre, aber auch das muss geübt sein. Einmal haut mich eine Welle komplett vom Board und mir das Foil in den Rücken - zum Glück nur leicht. Bei chaotischem Kabbel oder Wellen kann das schnell mal gefährlich werden.
Ich schaffe es doch tatsächlich heute, von draussen bis an den Strand zurückzufahren - mit ein bisschen Höhe sogar - und das Foil kam schon ein klitzekleines bisschen hoch vorne. Leider war der Spaß nur kurz, da der Wind zu sehr zunahm und die Wellen auch. Das hat mich komplett überfordert, zudem überall Kiteschüler ebenso überfordert um mich herum trieben, was die Sache nicht einfacher machte.

Als ich so erschöpft vom vielen "Höhe laufen" im Shorebreak zurück am Strand saß, kommt eine der Kitelehrerinnen auf mich zu, und fragt mich, warum wir Beiden hier bei den Kiteschülern fahren würden? Öhhhmmm.... wir waren nicht die Einzigen ???
"Wieso, ich nehme doch auf die Kiteschüler Rücksicht" antworte ich ihr. Sie meint nur, dass sie an unserer Stelle das nicht machen würde, dass die Kiteschüler ja Fehler machen würden, und das sei doch sehr gefährlich für uns. Und wenn, dann sollte ich doch wenigstens einen Helm aufsetzen.
Auch würde sie uns doch raten, auf die östliche Seite zu gehen. "Aber da dürfen doch keine Kiter hin?" entgegne ich. "Naja", sagt sie, "ihr seid ja keine Kiter, das ist ja wohl noch ein wenig undefiniert" und "bei den Windsurfern sei es sicher weniger gefährlich". Mir egal - für mich ist für heute kräftemässig eh Schluß. Ich schaue mir noch an, wie Voli verbissen seine Halsen übt, und tatsächlich wird es immer besser und die eine oder andere steht er auch :-)

Hmmm.... was sind wir eigentlich? Kiter nicht, Windsurfer nicht... Na WINGSURFER halt ;-) ;-) ;-)

Donnerstag, 17.10.2019 immer noch der Hühnchen-Strand ;-)

Der gestrige Mittwoch war stürmisch-böig. Von 6er bis 10er war alles am Start, und die Kiteschule natürlich auch. Ich finde es zwar eher etwas unpassend, bei 25+ Knoten zu schulen, aber andere Länder, andere Sitten. Alle Kiteschulen waren wieder am Strand und zogen die Schulung konsequent durch.
Da auf ganz Sardinien (ausgenommen Thermikspots, die wir nicht kennen) nur hier oben in Porto Pollo Wind ist, kam gefühlt wirklich JEDER Kiter und Windsurfer aus dem letzten Loch an diesen Strand. Um uns herum ein einziges Gewusel á la "Grüner Brink". Ist ja nicht so meins, und ich vermeide derartige Spots. Aber wir hatten nun keine Alternative und mit dem Häuschen standen wir jetzt schon ein paar Tage hier und waren nun auch froh, den Platz zu heben, den vorne und hinten, links und rechts wurden wir bis auf die letzte Lücke dichtgeparkt.
Die Polizei kam auch wieder vorbei, um die Lage zu checken, aber ausser einen freundlichen Hinweis, doch bitte unsere Stempel einzufahren, da es sonst Camping sei, haben sie uns in Ruhe gelassen. Unseren Müll sammelten wir auch brav in einem blauen Sack in der Heckgarage, und auch sonst sind wir ja die letzten, die irgendwo Spuren hinterlassen. Einen Pössel-Fahrer hat es leider erwischt - er hatte einen vollen Müllbeutel unter seinem Auto liegen. Das gab ein Knöllchen. Schade, dass kaum Mülltonnen oder Dixie-Toiletten an den Stränden aufgestellt werden. Die ganze Insel ist total zugemüllt. Uns wurde gesagt, dass dieses aber i.d.R. die einheimischen Touristen seien. Dieses hatten wir abends auch zu spüren bekommen, denn nach dem Kitetag blieben 3 olle Kitebusse vomn jungen Italienern abends direkt hinter uns stehen, breiteten sich mit all ihrem Shisha und Kitegedöns aus, und feierten schön lauthals den Abend ab. Zum Glück schaffen Ohrstöpsel die größte Abhilfe. Leider sah das Lager am nächsten Morgen auch dementsprechend schlimm aus. Natürlich haben die auch alle KEINE Toiletten an Bord. Und überall Papier in den Büschen... :-( Sehr schade.

 

Heute ist definitiv der Abreisetag aus Porto Pollo für uns, denn Wind ist alle für den Rest unseres Urlaubs. Nirgendwo ein Lüftchen angesagt und wir kennen uns mit Thermik-Spots nicht aus. Morgen Abend 22 Uhr geht die Fähre leider wieder zurück nach Livorno. Strom ist auf der letzten Rille bei 15% jetzt angekommen und ausgiebig duschen mit Haarkur und Körperhaarentfernung ;-) wäre auch toll. Deswegen werden wir heute noch den Vormittag am Strand die Sonne genießen und dann in Richtung Olbia aufbrechen, wo morgen Abend die Fähre ablegen wird. Salami und 1,5L Bio-Olivenöl bei den beiden netten Bauern, die sich von 7.30 Uhr bis 10 Uhr wartend die Beine in den Bauch stehen schnell noch aufgefüllt und wieder eine gute Tat getan. Das ist ein harter Job, und die Menschen hier fernab der Städte schon arm dran.

Das Meer liegt heute spiegelglatt da, als wäre gestern nichts gewesen. Krass, die Unterschiede, aber total schön. Kristallklares Wasser und kein Lüftchen. Puhhh..... 29 Grad. Der Urlaub geht zuende und hier ist so ein Traumwetter. Zuhause erwartet uns wieder kalt und grau... schnell noch Sonne sammeln...
Die Camper Stellplatz-App spuckt einen Stellplatz etwa 12 km unterhalb von Olbia aus. Hier wird alles abgelassen und aufgefüllt und dann mal schauen, wie wir die letzten 1,5 Tage noch verbringen...

Wir sind der Camper-Stellplatz-App nach Porto San Paolo an der Costa Corallina gefolgt. Auch hier überall entlang der Straßen Plastik und Glasflaschen - achtlos aus dem Fenster geworfen. Echt traurig :-( So schöne Fleckchen Erde total vermüllt.
Der Stellplatz befindet sich in einem kleinen Örtchen oberhalb der "Hauptstraße" hinter kleinen Gässchen. Auch hier nicht einfach hinzugelangen, aber der Profi macht das schon :-)
Wir fahren entlang von verfallenen ehemals wunderhübschen Häuschen - überall Dreck, Lebensmittelreste (Muscheln und son Mist), volle Mülltüten, halbfertige und verrottete Häuser. Eigentlich nur schrecklich und heruntergekommen.
Doch was uns dahinter als Stellplatz erwartet, ist das Gepflegteste, was uns auf unserer kompletten Reise begegnet ist. (Von einem Deutschen geführt ;-)
Ein tip top sauberer Stellplatz - videoüberwacht - mit festem Untergrund und einer total modernen Entwässerungsanlage mit automatischer Reinigungsfunktion.
Freundlich werden wir begrüßt und man fühlt sich sofort fast wie zuhause. An jedem Stellplatz ein Wäscheständer und genügend Platz vor dem Auto. Der Platz ist bis auf zwei bewohnte Wohnmobile nur mit Leihwohnmobilen voll, und ab und zu kommt ein Camper für den ebenfalls angebotenen Camper-Service (Ablassen und Wassertanken) vorbei.
Und das ganze nette Programm inclusive Wasser, Abwasser, Strom und Müllentsorgung für nur 15 Euro! WAHNSINN ! Diesen Platz sollte man sich unbedingt merken, wenn man im Nord-Osten unterwegs ist.
Wir schnappen uns die Räder und fahren durch das kleine Örtchen Richtung "Marina". Auch hier lässt sich erahnen, was hier im Sommer los sein mag.
Ich möchte das definitiv NICHT erleben. Uns wird ein kleines Restaurant für das Abendessen empfohlen, wo wir beide für einen Antipasti-Teller, jeder ein Stück Thunfischsteak mit Pommes bzw. ein bisschen Salat, zwei Ichnusa Bier und zwei Coke sage und schreibe 79 Euro bezahlen sollen! Ketchup, Mayo in kleinen Plastikbeutelchen und das gereichte Brot (welches selbstverständlich extra berechnet wird, aber total trocken und widerlich war) sowie knochentrockener Thunfisch, den man in Sesam derart paniert hat, dass der Fisch fast staubte, die angeforderte Extra-Balsamico-Sauce in einer Salatsaucendressingplastikflasche hinterließen bei uns nicht nur einen Schnellimbiss-Charakter, sondern auch das Gefühl, hier komplett abgezockt worden zu sein.
Nach der Hälfte meines Thunfisches bin ich durch. Das kann keiner essen. 79 Euro für die Tonne. Wie ärgerlich!
Unser Weg zu Fuß zurück führte uns wieder an den ganzen Drecks- und Bauruinen vorbei. Ab und an ein total aggressiver Kettenhund im abgeteilten kleinen Vorgartenbereich. Wie gerne würde ich diese armen Seelchen mitnehmen....aber zurück im Womo wartet ja unser Engelchen...

Freitag, 18.10.2019 - der letzte Tag und Abreise :-(

Wieder wunderschönstes Wetter erwartet uns an unserem letzten Tag hier auf der Insel.

Da ich nicht diesen schönen Tag hier auf dem Platz verbringen möchte und der Schnuff unbedingt vor der langen Rückreise noch ausgiebig toben und sich bewegen soll, suche ich mittels "Karten" und Satellitdarstellung nach einem geeigneten Parkplatz mit Strandzugang in der Nähe Richtung Olbia.
Es ist schon total faszinierend, was die Techník heutzutage alles möglich macht, und wie man Ecken entdecken kann, die man sonst vielleicht nie gefunden hätte.
Alleine die wahnsinnige Vielfalt an unterschiedlichsten Spots macht Sardinien traumhaft schön. Vieles muss man einfach ausblenden und sich an den schönen Seiten der Insel erfreuen.
So wie auch an diesem Fleckchen Erde namens "Le Saline". Ich habe auf dem Satellitenbild nur nach einem Parkplatz und weißem Sand am Küstenstreifen gesucht und wir sind an diesem tollen Spot gelandet.
Ein ausreichend großer Parkplatz bietet uns genug Raum zum Parken, ohne dass wir die vielleicht heute einfallenden Badegäste behindern würden. Die Größe des Parkplatzes lässt auch hier vermuten, dass diese Bucht ein beliebtes Tagesausflugsziel ist, zumal es hier auch eine kleine Strandbar gibt, die sogar geöffnet ist :-)
Wir suchen uns ein nettes Plätzchen und der Kleine kann nochmal ausgiebig im Sand toben und im Wasser plantschen.
Gegen 14.00 Uhr nimmt der Wind (es waren hier nur 6 Knoten angesagt heute) stetig zu; die 200m links liegende Kiteschule zieht die ersten beiden Kites hoch, und nach und nach trudeln auch vereinzelt ein paar Kiter ein, die allerdings noch ein wenig warten müssen und sich im oberen Teil der Bucht, bei der Kiteschule, aufhalten. Bei der Kiteschule Richtung "Landesinneres" liegt eine kleine Lagune, wo zwei Kiteschüler im schultertiefen Wasser Bodydragen üben.
Was für ein hübsches Fleckchen Erde. Wir wollen die Beachbar testen, da wir heute keine Lust mehr haben, noch zu kochen.
Die Beachbar "Le Saline" ist klein aber fein. Sehr sauber mit einer typisch italienischen Karte und sehr freundlich. Schnuff bekommt sogar Wasser in einer kleinen Plastikschale gereicht.
An dieser Stelle muss ich noch mal erwähnen, dass wir NIE auch nur ansatzweise irgendein Problem mit unserem Schnuffel hatten - im gegenteil - es ist wie bei uns: wo ein Frenchie auftaucht, sind die Menschen verliebt und aus dem Häuschen ;-) Bandit ist hier schon fast zum Shootingstar geworden ;-)
So viel Herzlichkeit diesem kleinen Kerl gegenüber...
Wir bestellen Pannini und Kaffee / Coke. Die beiden Pannini sind so liebevoll hergerichtet und sooooo lecker - das war das kullinarische Highlight (ausser der Riesen-Nektarinen vom Conad, die wir säckeweise verschlungen haben - auch der Schnuff ;-) )
Da waren wir doch sehr enttäuscht - es hat bis auf unseren allerersten Einkauf auf der Insel bei Conad in Oristano - irgendwie nichts so toll geschmeckt. Aber ist bei uns ja auch nicht viel anders. Da hatte ich von einer Mittelmeerinsel irgendwie mehr erwartet. Aber es wird ja auch das meiste importiert, weil Insel - dummer Gedanke...
Mittlerweile ist kitebarer Wind (hier scheint es also ein Thermik-Spot zu sein, den wir da entdeckt haben - und gemerkt für östliche / südöstliche Winde für das nächste Mal zum swingen ;-) ) und wir beschließen, nochmal zum oberen Teil der Bucht zur Kiteschule und Lagune zu fahren, da dort ein paar Wohnmobile stehen.
Schlagloch und Schotterpisten erwarten uns dort, aber ein niedlicher Family-Spot, wo die Kleenen auf die Lagune zum Üben gehen und die Großen im Meer spielen können. Leider viele Mücken - die ersten Mücken überhaupt, die uns hier auf Sardinien begegneten. Und ich hatte extra 3 Flaschen Autan eingepackt, weil im Sardinien-Forum jemand schrieb, dass er aus dem Süden geflüchtet sei wegen der vielen Mücken. Braucht doch kein Mensch/Hund...
Irgendwann wird es dann so gegen 17 Uhr Zeit, zum Hafen nach Olbia aufzubrechen - lieber ein wenig früher da sein und stressfrei, denn unser Häuschen soll ja ordentlich im Schiffsbau verstaut werden...

Wior sind nicht die ersten am Hafen, haben aber bis zur Abfahrt um 22 Uhr noch gut 4 Stunden Zeit. Zeit, um mit Schnuff noch ein wenig die kleine Rasenfläche zu untersuchen, Schiffe zu bestaunen und zu fotografieren, und diesen Blog weiter zu schreiben. Nun ist er vorbei, unser Urlaub :-(
Noch nicht ganz, denn kurz bevor wir den Hafengeländebereich für unser Schiff befahren haben, werden wir von einer nicht ganz so freundlichen Hafenpolizei-Politesse an die Seite gewunken. Warum nur wir???
Jörg muss aussteigen und ein Beamter streift mit Indikatorpapier seine Handflächen ab. "Sprenstofftest". Haaaaaaahaaaaaaaa - sehen WIR so aus, als würden wir dieses niegelnagelneue Häuschen in die Luft jagen wollen? Als die Beamtin in unser Womo eintreten will entdeckt sie unseren Schnuffel - und rastet fast aus vor Freude. Ihre Strenge weicht Herzlichkeit und Überschwenglichkeit. Küsschen hier und Foto da, und die Zollbeamten zeigen ihre Hunde auf den Handys.
Was so ein kleiner Hund alles bewirken kann ;-) Da wir ja eh genug Zeit haben, gönnen wier den Beamten diese kleine Abwechslung, und wir haben ja eh nichts zu verbergen.Zwei Versuche, unserern Schnuff noch zu einem Häufchen zu bewegen, schlagen fehl - NÖ - er will partout nicht auf Beton für kleine Äffchen.... tja, dann musst du wohl durchhalten bis morgen früh, kleiner Kerl...

Schließlich dürfen wir dann vor den Schiffsbauch fahren und warten weitere 2,5 Stunden darauf, verfrachtet zu werden. Wir sind ziemlich zuletzt dran, und die Fähre ist proppevoll/ausgebucht. Voli steuert das Häuschen rückwärts wie immer routiniert an die angewiesene Parkposition, wir schnappen uns unsere Übernachtungstasche und den Schnuff und beziehen unsere Kabine. Diese ist erstaunlich sauber, aber sehr eng - da hilft auch das Aussenfenster nicht viel, denn ist ist ja schon dunkel. Und öffnen kann man es eh nicht. Schnuff hechelt - ihm ist warm und die Luft ist schlecht, trotz Klimaanlage. Voli startet einen letzten Versuch an Deck für ein Häufchen, aber nööööööö.... wehe, du pupst heute Nacht in einer Tour, Schnuff ! ;-)

Samstag, 19.10.2019 - Rückfahrt Livorno - Hamburg
Die Nacht war laut, unruhig und recht schlaflos. Man kann auf den ausklappbaren Stockbett-Pritschen gar nicht soooo schlecht liegen, aber die Schiffsmotoren waren trotz Ohrenstöpseln doch sehr laut und die Fahrt irgendwie "ruckelig", obwohl ja kein Wind und kein Seegang. Prophylaktisch habe ich die Reisetablette doch lieber eingeworfen - man weiß ja nie... Schnuff war auch sehr unruhig und wechselte mehrfach nachts die Schlafposition. Da schreckt man schon hoch, wenn so ein 16 kg Mops (ja, ich weiß, du bist KEIN Mops ;-) ) auf dich draufspringt und sich seinen Platz streitig macht. Da liegste dann auf der letzten Rille, Hauptsache das Liebste ist zufrieden...  Voli schläft über mir (also im Stockbett ;-) ) denn er muss ja die ganze Tour nachhause noch fahren und soll schlafen.
Wecker auf 5.30 Uhr gestellt - Voli meint "wir werden wohl um 6 Uhr ankommen - auf der Hinfahrt sind wir auch 8 Stunden gefahren".
Ich entgegne ihm, dass ich denke, dass wir erst so gegen 8 Uhr ankommen werden, denn ich hatte irgendwo gelesen, dass man nachst so 10 Stunden fährt. Und so war es dann auch. Aber man hätte das ganze ja auch erfragen können, dann hätte man statt 5.30 Uhr den Wecker auf 7.30 Uhr stellen können... Aber nö- der Chef hat Recht und ich 2 Stunden weniger Schlaf ;-) Auch hat er NULL die Durchsage gehört, die ihn ja selbstverständlich kurz vor Ankunft wecken sollte - die war viel zu leise und er hatte ja auch Ohrstöpsel drinnen. Ich weiß schon, warum ich mich lieber auf mich verlasse, und auf Nummer sicher gehe. Grmpf... die zwei Stunden waren überflüssig.
Als wir um 8 Uhr dann anlegen und zum Häuschen gehen dürfen, dürfen wir sehen, wie wir in unser Womo kommen, denn ein anderes Womo mit Anhänger steht so dämlich und eng an uns, dass wir die Tür nicht mal zur Hälfte öffnen können. Wenigstens schaffen wir es irgendwie, den Kleinen durch die Tür ins Womo zu hiefen und die Tasche, denn hier unten ist schon Gewusekl und Hektik wegen der ausfahrenden Autos. Irgendwann können wir unser Häuschen besteigen und das Schiff verlassen. Gott sei Dank - die Luft ist echt grottig.
Die erste Möglichkeit mit Grünstreifen ist unsere und der Schnuff macht nen Doppel-Haufen. Hat er doch prima durchgehalten. Es geht also doch.... ;-)
Kaffee auf die Hand, kleiner Antipastiteller zum Frühstück gemacht und ab auf die Autobahn Richtung Norden - nach Hause....
Die Rückfahrt über den Brenner Richtung Leipzig und Wolfsburg anstelle durch die Schweiz entpuppt sich als die viel bessere Strecke, und ausser in Kufstein, wo auf der deutschen Grenzseite eine "Sicht-Kontrolle" (und das ist auch GUT so!) erfolgt, stockt der Verkehr, der Rest flutscht ganz gut. Vorbei an wunderschönsten Herbstfärbungen in gelb, braun und einem Rest grün an den Berghängen. Sogar durch einen Regenbogen sind wir durchgefahren. Für uns als "Plattländler" ein schöner Anblick. Bei uns kann man ja schon 14 Tage im Voraus sehen, wer zu Besuch kommt ;-)
Nun müssen wir nur noch Kilometer schruppen, bis das HAMBURG-Schild wieder die Heimat anzeigt.

                                                                                       DAS WAR EIN SCHÖNER URLAUB - SARDINIEN, WIR KOMMEN WIEDER !


März 2019 - Ab nach Portugal !

Freitag, 01. März 2019 Hamburg, Stress, Stress und Stress... die letzten Monate und all der Ärger im Büro haben uns jegliche Energie geraubt. Dazu die ständige Sorge um unseren kleinen Schnuffel, den die Tierärzte krank gemacht haben... unzählige Gespräche und Versuche, den kleinen Mann mit Alternativmedizin wieder auf den richtigen Weg zu bringen, was die Tiermedizin gründlich versaut hat... unsere Batterien sind alle und dem Schnuffel und seiner Haut tut bestimmt ein Aufenthalt am Meer mit Sonne gut. Fliegen fällt aus, also wohin?
Wir entscheiden uns für Portugal - schließlich sprechen wir schon seit längerer Zeit darüber, wo es sich später im Alter vielleicht gut leben ließe... irgendwo muss man ja mal anfangen ;-) Und Portugal könnte vielleicht eine Option sein.
Den Lütten in den Bus zur Skireise nach Österreich gesetzt, der Große übernimmt den Shop während unserer Abreise. Womo gepackt, los geht's...

Wir wollen uns die Ecke um Lissabon einmal ansehen - hier soll es schöne Wavespots geben. Also Lissabon als ersten Zielpunkt angesteuert...

Über Holland und Belgien geht es rüber nach Frankreich.

Frankreich langt so richtig zu bei den Maut-Gebühren (ok, wir zahlen für LKW, aber trotzdem...) wir haben hier gut 200 € an Autobahn-Gebühren eine Strecke gezahlt. An der ersten Maut-Stelle die nächste Überraschung: Die Kreditkarte ist seit heute abgelaufen und die Neue nicht mitgenommen :-( Puhhhh... Gott sei Dank genug Bargeld an Bord, denn EC-Karte nehmen die Automaten, die mittlerweile die Arbeitsplätze rationalisiert haben, nicht.
Ok, also Geld in den Automaten werfen. Dumm nur, dass die meisten der Automaten den Münzeinwurf auf PKW-Fenster-Höhe haben - wir sind aber auf LKW-Höhe 😂 
Toll.... aussteigen (Fahrer und Beifahrertür haben wir nicht) und - och nööööö..... die Spuren sind so eng und auch noch mit Geländer eingefasst.... also die Tür nur halb zu öffnen und dann bitteschön über das Geländer um das Auto hangeln, um zum Automaten zu gelangen. Zurück das Tarzan-Spiel nochmal. Zu gern hätte ich jetzt als Zuschauer in einem der anderen PKW um uns herum gesessen und mir dieses lustige Schauspiel von aussen angesehen 😂😂😂

Überhaupt stellten uns die Maut-Stellen in Frankreich gerne zu bewältigende Hindernis-Aufgaben 🤔😉
Zwei Mautstellen weiter gab es offensichtlich gar keinen Bargeld-Automaten (zumindest zeigten die beleuchteten Schilder dieses nicht wie bisher an)- wir also wie bisher in die Bezahlspur reingefahren, und dann "leider kein Bargeld an diesem Automaten" .  Toll. Also zurücksetzen und rückwärts aus der Spur raus... 
Zum Glück stand noch niemand in einer Schlange hinter uns - das hätte bööööse enden können 😂
Tolles Gefühl, wenn du da nun vor den Spuren stehst und keine einzige anzeigt, dass du mit Bargeld bezahlen kannst. Die Dame am "Assistant-Telefon" spricht - na klar - nur französisch und kein Englisch 😳 . Völlig hilflos sehen wir uns hier schon am Ende unserer Reise. Etwas abseits der Mautstelle ist ein Bürokomplex, der erstaunlichwerweise sogar besetzt ist. Dort erfahren wir dann Gott sei Dank, dass wir eine der Spuren mit grünem Pfeil nehmen müssen. Und da steht dann auch wieder EIN MENSCH... Geht doch... wir dürfen also doch unsere Reise fortsetzen.

Unser erster  Übernachtungsstopp ist auf einem Rastplatz hinter Paris, durch das wir uns staumässig quälen mussten. Hier haben wir einiges an Zeit verloren.

 

Auf dem weiteren Weg durch Frankreich stellen wir fest, dass unsere Lichtmaschine die Verbraucherbatterien nicht lädt :-(  Also können wir erst mal nur so weit fahren, wie die Batterien es zulassen, denn ohne Wasser und Licht im Womo is doof...

Wenn man die Preise der Mautgebühren und die Sprit-Preise hier in Frankreich sieht, dann fängt man an, die Gelbwesten-Proteste der Franzosen ein wenig zu verstehen. Für Diesel wird hier bis zu 1,60€ aufgerufen. Und da jammern die Deutschen über hohe Benzinpreise. Und Maut haben wir auch nicht...

Bandit macht an unserem zweiten Tag auf der Autobahn auch seine Unlust kund, noch länger Autofahren zu müssen. Er ist ziemlich unruhig und trotz mehrerer Stopps merkt man ihm an, dass er irgendwie nicht mehr viel Lust auf Autofahren hat.

Draussen sind die Tagestemperaturen bei Sonne mittlerweile auf schöne 20 Grad geklettert und die Sonne tut gut. Nachts ist es nur 5 Grad kalt und die Vegetation ist auch nur ein kleines bisschen weiter als bei uns im Westen Deutschlands. Hier bin ich doch überrascht. Ich hatte gedacht, dass Spanien grüner wäre im Winter....


Unsere Batterieladung reicht bis kurz vor Salamanca in Spanien. Hier finden wir direkt an der A62 einen Mini-Campingplatz mit Stromversorgung (Olimpia-Camping) und ein Bier sowie kostenlos WLAN für die zweite Halbzeit Bayern/Gladbach ist auch noch drin. Was braucht man(n) mehr... 😉👍

Am Sonntagmorgen geht es nach Aufladen der Batterien und Wassernachtanken (und fröhlichem Überlaufen des Wassertanks in die Ladeflächen 😡) sowie kleiner Spielstunde für Bandit in der Sonne weiter über Salamanca Richtung protugiesischer Grenze. Noch etwa gut 500 km, dann ist es geschafft.
GUINCHO soll unser erstes Ziel sein.

Aufgrund des angesagten Südwest-Windes für Dienstag entscheiden wir uns kurzfristig jedoch, PENICHE anzusteuern.

An der kostenpflichtigen Autobahnausfahrt dann ein Schock: Wir sollen € 77,- bezahlen für das kleine Teilstück. Da hilft auch alles Erklären nicht, dass wir kein Ticket ziehen konnten, wir müssen wohl die Kröte schlucken, sonst kommen wir nicht durch die Schranke 😡 Vermutlich beinhaltet dieses das Bußgeld für das Fahren ohne E-Ticket, welches wir ja erst nachträglich online gekauft hatten, nachdem wir uns eingelesen hatten in das komplizierte Portugal-Maut-System.

Unsere Empfehlung: nicht so blauäugig wie wir einfach losfahren, sondern sich vorher informieren!

Gegen Sonntag Mittag erreichen wir dann das kleine Örtchen PENICHE. Dass hier im Sommer die Surf-Luzie abgeht, lassen all die unzähligen Surfstores und Surf-Cafés nur erahnen. Massenweise leerstehende Ferienwohnungen warten auf die Sommer-Gäste. Jetzt sind die Parkplätze in der Nähe der Surfspots leer und nur ein paar wenige Verrückte sind hier anzutreffen, obwohl Sonntag ist.

Wir finden einen Spot mit direktem Strandparkplatz, was hier eher selten ist. "BALEAL".
Baleal liegt rechts von Peniche und ist eine sichelförmige Bucht. Hier rollen heute ohne Wind "nur" 3,5m Brecher rein, die bei Hochwasser über die gesamte Länge zuklappen. Für morgen sind dann etwa 4m und für Mittwoch bei Druck bis zu 5,2m Swell angesagt. 😳😳😳 

Zum Kiten ist dieser Spot vermutlich eher nicht geeignet; davon wollen wir uns aber am Dienstag selber überzeugen.

Wir steuern den Campingplatz in Peniche an, drehen aber nach einer kurzen Besichtigung lieber wieder um (dreckig, Schotter als Untergrund und nicht schön) und versuchen den neuen Wohnmobilstellplatz im Ort. Jedenfalls versuchen wir, ihn zu finden 😉 Nach einer Stunde und einer falschen Adresse haben wir ihn dann centrumsnah gefunden.

Nicht so schön, da man auf einem betonierten Parkplatz mit Stromanschlüssen steht, der ringsherum von einer Mauer eingefasst ist, aber wenigstens ist alles sauber und modern, und eine Versorgungsstation für Womos gibt es auch. Für 8€ die Nacht incl. Strom plus Brötchenservice 😉. Preislich schonmal unschlagbar. Und sicher ist es hier auf jeden Fall, da der Platz mit einem Tor / Code gesichert ist. Für 1-2 Nächte wird das schon gehen.
Einzig das Gassigehen mit dem Schnuff nachts und frühmorgens - und aus irgendeinem Grund muss er aktuell nachts raus 🤔 - ist etwas kompliziert, da wir ja mitten im Ort sind. Draussen vor dem Platz ist in der Nähe nur eine kleine Wiese, die schon ziemlich vollgekackt ist. 1-2 Nächte, dann geht's ja weiter, so der Plan.

Am Montag wollen wir uns die Spots links von Peniche ansehen - "Supertubos" - bekannt für diverse Surf-Contests und tubebildenden Wellen, und "Cocelacao" - eigentlich wollen wir am Dienstag hier bei angesagten 25 Knoten kiten gehen, aber heute sind nur 3,5m Wellenhöhe angesagt und für Dienstag bis zu 5m. Das, was hier so über die gesamte Länge voller Wucht auf den extrem steil abfallenden Strand kracht, ist an den Stellen, die wir mit dem Womo erreichen, eher nicht so komfortabel und sieht eher nach Selbstmordgefährdung bei 5m Welle aus Wir haben ja den Schnuff dabei, und den möchten wir nicht allzu weit vom Wasser im Womo lassen, also haben wir leider nicht allzu viele Optionen. 

 

Es ist diesig und sieht aus, als wenn es bald Regnen würde, also trinken wir am "Concelacao" in der geöffneten Beachbar einen Kaffee und toben ein wenig im Sand. Hier finde ich die wunderhübschesten Muscheln, die ich jemals am Strand gefunden habe. In herrlichen Pink-Tönen 😍. Schnuff gräbt sich derweil bis nach Südafrika durch 😂.

Jörg wird etwas hibbelig aufgrund seines Bewegungsmangels und schlägt vor, den Country Golf Club Ferrel einmal anzusteuern, wo er gerne ein paar Bälle kloppen möchte. Als wir dort jedoch ankommen, ist es, wie als wenn man aus einer anderen Welt kommt... Auf dem Hinweg durch doch eher ärmliche Wege und hier nun in der angebauten Urbanisation Prunk und Etepetete...
Die Ernüchterung erfolgt sogleich, als Jörg erfolglos aus dem Empfang des Golfclubs wiederkommt und leider keine Abschlagzeit für heute mehr bekommen konnte, da voll, aber dafür doch darauf hingewiesen wurde, "dass sein T-Shirt unpassend sei, da es keinen Kragen hätte" (das hätte man selbstverständlich angezogen, bevor man auf die Runde gegangen wäre, aber zum Anmelden wäre das doch gegangen?)  Die scheinen uns hier eher nicht zu wollen.
Na dann eben nicht...😡

Schnuff freut sich definitiv - geht es stattdessen doch zurück nach Baleal an "seinen" Strand. Kleiner Besuch im Rip Curl - Mega Store und weiter zum Spot von gestern. 

Käffchen aus dem Womo und Decke und warme Jacke, und für Schnuffel ist auch eine kleine Terrier-Lady zum rumfetzen am Strand da. Perfekt.

ß0

Auch hier bin ich überrascht, dass die Vegetation (ausser der vielen Nadelbäume natürlich) in Etwa unserer in Mitteldeutschland entspricht. Auch sind die 14 Grad nicht wesentlich wärmer als bei uns derzeit. Und ich dachte doch tatsächlich, hier sei fast Sommer 😂😂😂 Gut, dass wir die dicken Manera "Magma" Neos mithaben.

 

Ebenso überrascht es mich abends, als ich auf mein Handy sehe und dieses 19.15 Uhr anzeigt, obwohl gerade soeben der Montags-Spielfilm nach der Tagesschau angefangen hat. Ist doch tatsächlich an uns vorbeigegangen, dass wir hier -1 Stunde Zeitverschiebung haben 😂😳😉🤔

 

Dienstag, 05. März 2019 - die Reise geht weiter...

Wir wollen gerne aus unserer Festung heraus, und für heute ist eh Regen angesagt. Zwar auch Wind, aber eben mit bis zu 5m Welle - krachbumaufdenStrand-

Wir wollen weiter südlich die Spots erkunden und beschließen, über Lissabon an die "Costa da Caparica" zu fahren. Hier konnten wir bei Google Maps ausfindig machen, dass man bis zu 48 Stunden auf einem Parkplatz direkt am Strand stehen könne. Zur Abwechslung Blick auf den Strand anstelle auf eine weiße Mauer - herrlich ;-)
Nach dem Frühstück und Wasser tanken bzw. ablassen fahren wir los.

Da es eh regnet, entscheiden wir uns, einen Überraschungsbesuch bei "APPLETREE Kiteboards" in Mafra - unweit Ericeira - abzustatten.
Bei APPLETREE werden unsere Ben Wilson Waveboards gebaut, und die Fabrik ist gerade frisch aus Holland nach Portugal umgezogen. Warum also nicht mal ansehen, wo unsere Sahneschnittchen so herkommen?
Die Fabrik liegt fast an der Autobahn, die uns eh an die Costa Caparica führt, also hin da. Marit schickt uns aus Holland schnell die Adresse, und mit einigen Umwegen durch enge Gässchen finden wir die Jungs dann schließlich. Ein nettes Fleckchen haben sie sich da ausgesucht - und in Wellenreiterhochburgen wie Ericeira lässt sich eine Marke sicher noch viel besser präsentieren und promoten sowie verkaufen, als in Holland wie bisher.
Jorrit von APPLETREE empfängt uns herzlich uns führt uns stolz durch die neue Halle, die die Jungs in Eigenarbeit gerade erst aufbauen.
Auch die Form für unseren BWS Stallion finden wir hier in leicht modifizierter Form für 2019. Jorrit beantwortet leidenschaftlich all unsere Fragen.
Nach gut einer Stunde geht es dann weiter an den nächsten Spot, denn es ist ja für heute Wind angesagt.

"Fonta da Telha" - Drei Kites am Himmel ;-)
Diesig ist es immer noch, aber es ist wenigstens trocken. Aber kalt... 15,7 Grad zeigt das Aussenthermometer an.  Plus Windchill.
Der Wind eiert leider zwischen 14 und 19 Knoten, obwohl mehr angesagt war.
Schöne Wellen, die hier wesentlich langsamer und länger (aus)laufen.
Könnte Spaß machen, wenn der Wind ein paar Knötchen zunehmen würde.
Parken können wir genau am Strand - schöööön. Meeresrauschen inclusive.
Ich glaube, ich bleibe lieber muschiemässig im kuscheligen Womo, während Jörg es dann doch mal mit 10er und großem Board wagen will.

Schnuffel will gar nicht mehr ins Womo - er ist ein richtiger Strandhund geworden und liebt es, im Sand zu sein.

Bis zur Dunkelheit am Strand stehen und dem Meer zuhören - herrlich und unbezahlbar.
Mal schauen, wie lange unser Strom reicht und wir hier bleiben können.
Schönes Fleckchen...

Die Nacht war stürmisch und verregnet. Heute Morgen hat der Wind komplett von SSW auf WNW gedreht und es schüttet noch aus Eimern.
Gegen Mittag setzt sich jedoch endlich die Sonne durch :-)
Kalt ist es immer noch, aber wir haben zumindest die Hoffnung, dass unsere Solarzelle die Batterie ein wenig auflädt.

Neben uns steht am Strand ein deutsches Wohnmobil - ein Pärchen um die 40 mit drei kleinen Jungs und Hund. Er erzählt uns, dass sie bereits seit 2 Jahren mit dem Womo hier durch die Gegend tingeln. Dusche? Nö... das Meer muss reichen. Die Jungs pieschern einfach in die Natur. Gearbeitet wird  vom Womo aus. Ich bewundere die Familie ein wenig und beneide sie um ihre Freiheit - andererseits beschleicht mich als Mutter auch ein wenig das komische Gefühl, dass die Kinder keinerlei soziale Kontakte haben ausser sich, und ein Wiedereinleben in Deutschland stelle ich mir seeeeehr schwer vor. Aber was für ein schönes Kinderleben an sich, und mal ehrlich, wer sagt, dass man das Leben ín unserem mittlerweile kleinkarierten und gerade offensichtlich total durchdrehenden Land unbedingt braucht? Vielleicht ist das genau der richtige Weg...

Jörg testet heute nochmal den 8er bei angesagtem 5m Swell.
Die Wellen sind nur Weißwasserwalzen und die Strömung ist irre.
Leider ist der Wind für den 8er nicht ausreichend, oder die starke Strömung bremst den Schirm aus - jedenfalls muss er auf 10er wechseln.
Schade, ich liiiiebe den leuchtenden Pinkie :-)
Schnaufend und abgekämpft kommt Jörg vom Wasser. "Das ist nix für Dich" meint er nur . Hmmmm... konnte ich mir schon denken.
Egal, kiten kann ich auch bei uns in Dänemark - die Saison liegt ja noch vor uns :-)
Bandit und ich machen Kuschelstunde.
Überhaupt entwickelt er sich immer mehr zum Strandhund - will nur raus... aber leider regnet es immer wieder, und ist doch sehr kalt.

07. März 2019 - das Wetter für heute: immer wieder Schauer, Regen und kein Wind. Wir checken die Windbedingungen um uns herum. Nur Richtung Guincho gäbe es Wind, aber da sind die Wellen wieder soooooo hoch angesagt und kühler als hier für die nächsten Tage.
Da Jörg gestern Abend Fernsehen wollte, meldet heute morgen unsere Batterie "ROT", d.h. Ende Gelände. :-(
Schlachtplan: wo fahren wir hin zum Laden, wo wollen wir die nächsten Tage sein?
In Anbetracht der Tatsache, dass seit gestern neben uns ein Bus mt Hund an Bord steht, der jetzt schon 2x einfach auf unseren kleinen Schnuff zugerannt ist und ihn beissen wollte, Jörg sich jedoch schützend über ihn werfen konnte, scheint es uns ziemlich stressig, weiterhin hier zu bleiben. Wir können und wollen den Lütten ja nicht die ganze Zeit im Auto behalten. Voll doof.... der ander Hund läuft draussen immer frei herum, und nur, wenn der Besitzer uns mit Bandit draussen sieht, hält er seinen Hund fest. Sehr unentspannt.Beim Spotcheck stellen wir fest, dass es gar nicht so einfach ist, jetzt bei dem Winter-Swell einen kitebaren Spot zu finden, wo man auch in der Nähe am Strand parken kann. Die meisten Spots sind weit weg vom Parkplatz, das finden wir nicht so toll wegen des Lütten.
Ausserdem soll es hier die nächsten Tage am Wärmsten sein - bis zu 20 Grad am Wochenende - Jörg macht die Entscheidung davon abhängig, ob wir Strom auftreiben können. Kurzum geht er in das Restaurant am Ende des Parkplatzes (hier sind einige Clubs/Beachbars nebeneinander und am Wochenende geht hier bestimmt das Leben ab ;-) ) und fragt den dortigen Mitarbeiter einfach, ob wir bei ihm gegen Geld Strom aufladen dürften.
"Selbstverständlich ! Ihr seid meine Gäste" kommt es ihm freudestrahlend entgegen. Was für eine Gastfreundschaft! Wir parken also mal um und rollen die Kabeltrommel aus. Hach, endlich wieder alles funktionsfähig - wie toll ist das denn? ;-)
Wir beschließen, in dem Restaurant auf der Terrasse einen Kaffee zu trinken und zu schauen, ob wir hier abends essen können. Als Dankeschön für die Selbstverständlichkeit des Stromes. "Bruno" ist derart lieb und schleppt sogleich einen Eiswürfelkühler voll Wasser für Bandit an ;-) Eigentlich dürfen Hunde in Portugal in kein Restaurant, aber Bruno liebt Hunde und schließlich sind wir die einzigen Gäste.
Die Speisekarte bietet Burger, Fleisch und Fisch an - prima, das passt doch! Wir freuen uns schon auf Burger heute Abend.
Zum Kaffee gibt es kostenloses WLAN, und da wir ja jetzt direkt neben dem Restaurant stehen, reicht das WLAN sogar an unserem Fesnter im Womo ;-) PERFEKT!

Es fängt schon wieder an zu regnen, aber Schnuff will laufen. Gassirunde am Strand und auf dem Rückweg bei der gestern entdeckten Bäckerei reinschauen - so der Plan.  Ich finde heute unzähliges Perlmutt am auslaufenden Wasser. In den Farben weiß, gelb und rosa glänzt es an der Wasserkante. So viel Schönheit am Strand einfach zum Einsammeln - Wahnsinn !
Auf dem Rückweg friert Jörg bei Regen in seinem T-Shirt und rennt schon mal voraus, während Bandit und ich noch einen geeigneten Puschel für das Geschäft seiner Hohheit suchen ;-) Er macht doch nur Häufchen im versteckten hohen Gras mit Puschel am Po ;-) ;-)
Am Strand zurück gibt Bandit auf einmal Hackengas und stürmt davon. Da hilft auch alles Rufen nichts - Bandit ist weg! Er rennt so schnell, dass ich nicht hinterherkomme und ihn aus den Augen verliere. Ich kann nur noch sehen, dass er an der nächsten Beachbar nach oben läuft. Ich renne hinterher und habe Angst, dass er sich verläuft.
Schließlich kommt er dann nach meinen unzähligen Rufen - hat sich wohl selber erschrocken, dass dieses nicht die Beachbar war, neben der unser Womo steht. Er hat wohl Jörg dort vermiutet. Total aus der Puste gibt es von Mama erst mal nen Einlauf - Weglaufen geht gar nicht!

Wie morgens bereits geplant sitzen wir nun zum Abendessen in dem Restaurant, neben dem wir stehen und bei dem wir Strom zapfen durften.

Bruno erzählt von seinem Leben hier in Portugal - er spricht ausgezeichnet Englisch, da er ein paar Jahre zum Arbeiten in Belgien war.
Wie schlecht es dem Land nun ginge - früher war Portugal ein sehr reiches Land, heute hätte er immer nur sehr wenig Geld in seinem Portemonaie, und es würde für ein eigenes Haus nicht reichen. Wenn es irgendwann einmal reicht, würde er sich so gerne einen Staff-Mix halten. Er erzählt, dass die alten Portugiesen das Problem des Landes seien - sie seien touristenunfreundlich und würden der Entwicklung des Landes im Wewge stehen. Dabei seien die Touristen die Einzigen, die seine Existenz - speziell im August, wenn alle Portugiesen wegen Urlaubs weg seien - sichern würden. Er freue sich über jeden, der hierher kommt. Schließlich sei dies hier der schönste Ort der Welt... in Antwerpen ging es ihm oft schlecht, weil er zeitweise 14 Tage lang die Sonne nicht gesehen hätte... Die Menschen hier sind zufrieden, wenn sie im Monat irgendwie einfach überleben können. Hunger würde er auch kennen... Das macht mich alles sehr nachdenklich.

Die Familie aus dem Camper spielt am Strand - es wird getobt, die Jungs rollen sich über den Strand, und es wird Fußball gespielt. Auch die Hunde spielen mit.

Es ist ein wunderschönes Bild, diese Familie zu beobachten. Sie sind glücklich mit dem, was sie hier haben.  In erster Linie sich als Familie...

Wie schön ist das denn...

Ich nehme die Gedanken des heutigen Abends mit ins Bett und mir wird wieder einmal bewusst, wie gut wir es doch haben.
Aber sind wir tatsächlich zufriedener als die Familie nebenan aus dem Van???

Freitag. 08. März 2019, in Berlin ist dieses Jahr das erste Mal der 8. März ein Feiertag - der Weltfrauentag. Einer meiner Bekannten bei FB schrieb heute morgen in seinem Status "in Berlin werden heute die Frauen mit einem Feiertag geehrt. Sind die Frauen in anderen Bundesländern somit weniger wert?" Wie Recht er doch hat...

"Möp Möp"... Das Leben erwacht hier am Strand so langsam. Während ich noch meinen Gedanken von gestern Abend hinterher hänge, hupt es und eine Frau mit Gummistiefeln steigt aus einem alten Renault Kastenwagen, öffnet die Hecktür und holt einen Teller heraus, den sie dann in das Gebüsch hinter den Mülltonnen bringt und auskippt. Dann steigt sie wieder in ihr Auto und fährt ein Stück weiter.
Kurz darauf kommt ein beiger Straßenhund angelaufen und geht in das Gebüsch, um das Futter zu fressen.
Die Frau kümmert sich offensichtlich um die Hunde hier. Wie schööööööön.

Derweil spielt die Camper-Familie mit den Kindern am Strand Fußball. Heute gibt es sogar ein aufklappbares Tor, das dem 2jährigen immer wieder vor seinen geschossenen Ball gehalten wird. Toooooor!  Nach dem gestrigen Regentag scheint heute die Sonne. Das wird ein wunderschöner Tag.
Unser Strom ist schon wieder alle... hoffentlich schafft die Sonne heute etwas...

10 Uhr, Niedrigwasser... Zeit für mich und den Schnuff, auf Perlmutt-Suchtour zu gehen...

Samstag, 09. März - wir sind in Ericeira gestrandet ;-)
Nach dem wunderschönen Strandtag gestern wurden wir gegen 17 Uhr höflich vom Chef des Strand-"Restaurant's" gebeten, ob wir unser Wohnmobil doch bitte woanders hinfahren könnten, da heute und morgen Abend eine Party stattfindet und das Haus nicht gesehen werden könne ;-)
Unsere Batterien sind eh wieder leer und wir müssen somit eh einen Platz mit Stromanschluß finden. Dass dieses hier in Portugal um die Jahreszeit unsere größte Herausforderung ist und bleibt, wird uns am Abend erst wieder richtig bewusst.

Wir packten also alles ein und klapperten einen nach dem anderen "Camping"-Platz an der Costa Caparica ab. "Campingplatz" bedeutet hier ein dreckiger eingezäunter Platz ohne jeglichen Charme mit lauter Bundeswehrzelten darauf. Da passt unser Womo nicht mit drauf, und Strom gibt es auch nicht. Ist auch besser so, hier möchten wir eh nicht bleiben. Gruselig...
Wind- und Wettercheck für die nächsten 2 Tage... Wir würden gerne nach Guincho fahren, aber der Orbitur-Campingplatz öffnet erst am 30. März. Unsere Stellplatz Apps und auch Google geben nix her - ausser in Ecken weiter südlich oder viel weiter nördlich, wo wir eigentlich gar nicht hinmöchten.
Im Feierabendverkehr und Stau fahren wir Richtung Lissabon und beschließen auf dem Weg, zurück nach Peniche auf unseren eingemauerten Stellplatz zu fahren, da wir nichts anderes finden. Die Zeit drängt - man kommt nur bis 20 Uhr auf den Platz und es ist bereits 18.15 Uhr. Gut 1 Stunde liegt noch vor uns...

Ich gebe nicht auf und suche immer wieder in der Nähe Ericeira's , da Ericeira in der Mitte von Guincho und Peniche liegt, und werde fündig. Es gibt einen Campingplatz! Und Google sagt sogar, dass er geöffnet ist, Juchuuuuu ! Das Navi sagt noch 40 Minuten und ab geht's durch das Gebirge über Mlveira und Mafra (hier waren wir doch schon vor ein paar Tagen in der Apple Tree Fabrik ;-) ) nach Ericeira.

Hier irren wir auch ein wenig umher, finden aber schließlich den Campingplatz, an dessen Pforte uns die Security fröhlich und freundlich willkommen heißt. Das fängt guuut an :-)
"Bitte vor der Windmühle parken und einchecken" - gesagt, getan.
Wir dürfen auf den "Autocamper" und uns einen frei wählbaren Platz aussuchen. Es ist sehr leer und um uns herum stehen nur etwa drei weitere Womos - mehr ist in der Dunkelheit nicht zu erkennen. Abendessen und schlafen. ...

Die Sonne scheint an diesem Samstag, und eine leichte Brise weht. Wir stehen mit Blick auf das Meer. Hier hat jeder einzelne Stellplatz einen eigenen Strom- und Wasseranschluß sowie Abwassermöglichkeit. Das Ganze kostet für 2 Personen inclusive Strom 17 Euro pro Nacht. WLAN gratis, funktioniert aber hier draussen nicht so gut. Bandit kann draussen vor der Tür liegen - in der Sonne oder im Schatten der Pinien. Herrlich!
Überhaupt ist das hier ein sehr schöner Platz - sehr gepflegt und liebevoll angelegt - mit vielen großen Hüten für den Sommerandrang. Im Sommer möchte ich hier auf keinen Fall sein - um uns herum Bettenburgen und Wohnklötze, die auf die Sommerurlauber warten. Aber um diese Jahreszeit - herrlich!

Bom Dia Ericeira!
Ich schnappe mir mein Evolve und Bandit hüpft wie selbstverständlich zwischen meine Füße. Ok Schnuff, auf geht#s, schauen wir uns unseren Platz einmal ein wenig aus der Nähe an :-)

Nach dem Auffüllen unseres Kühlschrankes und kurzer Chillstunde auf dem Platz (WLAN gibt es hier nicht und auch unser Handy zeigt nur 3G an) drehen wir zu Fuß mit Bandit eine Runde entlang des Küstenverlaufs durch Ericeira. Im Gegensatz zu dem, was wir bisher gesehen haben, scheint es dem Örtchen hier wirtschaftlich sehr gut zu gehen. Nachmittags erinnert es uns sogar an unsere Ostseebäder. Offensichtlich scheinen die wohlhabenderen Lissaboner (sagt man das so? ;-) ) hier am Wochenende einzukehren.

Es gibt keinerlei Strand - lediglich bei absolutem Niedrigwasser hat man einen Mini-Sandstreifen, wo die zahlreichen Surfschulen dann schulen.
Ganz Ericeira scheint sich dem Wellenreiten verschrien zu haben - sogar die Mauern haben hier teilweise Wellenform ;-)
Also flanieren die Besucher Ericeiras alle entlang der Straße, die durch das Örtchen und auch vorbei am Campingplatz führt. Von hier oben hat man aber einen sehr schönen Blick auf die Steilküsten und die reinlaufenden Wellen.

Keine "schnellen Beine" heute für Schnuff - stattdessen Asphalttreten.
Neben dem Campingplatz gibt es einen Skatepark - hier tummeln sich heute viele kleine Boarder. Und wer will, kann seinen Nachwuchs auch gleich im großen Quiksilver-Boarder Store passend dazu stylisch einkleiden.

Sushi macht heute leider erst um 19 Uhr auf, daher gibt es stattdessen Fleisch vom Grill.

Sonntag, 10. März 2019- da man in Ericeira nur wellenreiten kann und für heute Wind angesagt ist - mit "nur" 3 m Welle ;-) packen wir ein, checken von dem schönen Platz in Ericeira aus und wollen nach Guincho fahren.
Guincho kennen wir noch aus Windsurferzeiten als berühmt berüchtigten Hardcore-Spot, und genau so präsentiert er sich uns auch heute, obwohl der Swell heute klein ist.
Der Weg von Ericeira nach Guincho führt uns wieder durch kaputte, ärmliche Dörfchen mitten durch die Berge. Vorbei an Mafra Richtung Malveira und Cascais, wo wohl die Schicki-Szene Lissabons die Freizeit verbringt.
Ab Malveira verzaubert die Landschaft - es geht weiter durch die Berge, die hier aber links und rechts überwiegend von Pinien gesäumt sind. Dazwischen schimmert uns die Bucht von Guincho mit seinen Weißwasserwalzen, die an den Strand rollen, entgegen.
Wir kommen gegen Mittag in Guincho Strand an, und es ist zwar schon quirlig, aber lässt nicht das Ausmaß erahnen, was sich heute hier noch zeigen soll.
Wir parken unser Häuschen direkt unten am äussersten Zipfel des Parkplatzes, was sich noch als Fehler herausstellen soll. Hier hat man einen unwahrscheinlich schönen Blick auf das tosende Meer und die Wasserberge - wie halb Lissabon übrigens auch findet ;-)

Zuerst machen wir uns mit Schnuff zu Fuß auf Spotcheck - der Parkplatz ist sehr weit weg vom Strand - das wird ein Geschleppe später mit Kitestuff...
Schnuff findet am Strand viele Kumpels und Kumpellinen und tobt wie ein wilder ausgelassen. Als ich seinen Trinknapf ausspülen will, kommt eine Welle unerwartet von hinten, und ich stehe so schnell in knietiefem Wasser, wie ich gar nicht gucken kann. Zum Glück ist Schnuff schon ein gutes Stück von mir Richtung Strand weg - er wäre wohl mit der starken Strömug weggezogen worden. Ich beschließe für mich, nicht den ersten Kitetag in 2019 bei diesen Bedingungen zu starten. Der Wiund ist mit 16-17 Knoten auch echt mau, das reicht noch nicht einmal, um über die Weißwasserwände rüber zu kommen.

Erst mal Kaffee und Kuchen, danach will Jörg es mit dem 9er versuchen. Schnuff und ich kommen später noch auf eine kurze Fotosession hinzu, aber da der Wind zugelegt hat, bekommt er den ganzen Sand in die Augen. Und kalt ist es auch. Wir ziehen uns in unser Häuschen zurück und ich kümmere mich um den Kartoffelsalat, den es heute Abend geben soll.

"Ist absolut gar nix für dich" - Jörg kommt schnaufend zurück zum Womo. Die Wellen haben nochmals an Höhe und der Wind zugelegt. "Ach nee... was du nicht sagst... das konnte man schon sehen, dass das nicht wirklich nach Spaß aussah". Aber sein leuchtender Schirm wurde bewundert - na dann ist der Tag ja gerettet - Gott sei Dank ;-)

ZUm Abendessen steht gefühlt halb Lissabon bei uns im Wohnzimmer ;-) alle wollen sich den Sonnenuntergang direkt bei uns vor der Scheibe ansehen und versuchen, den besten Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Das ist schon ein wenig nervend, denn offensichtlich interessiert sie unser Womo fast mehr als der Sonnenuntergang. Ist wie immer wie im Zoo... Aber irgendwann ist sie ja auch weg - die Sonne - und dann ist Ruhe... denken wir...
Kaum ist die Sonne weg und es fast dunkel, kommen doch immer noch wieder Leute - dieses Mal mit zwei alten Mazda MX5's, die mit blubbernden getunten Motoren - an - aus - immer wieder vor unserer Scheibe umgeparkt werden, bis sie für ein finales Foto dann offensichtlich gut stehen.

So schön die Umgebung hier auch sein mag - das hier ist ganz und gar überhaupt nicht mein Ding. Morgen sind die wahrscheinlich alle nicht mehr da, aber dann ist auch kein Wind mehr...
Bisher ist die Ausbeute an kitebaren guten Spots eher negativ, so schön es auch sonst hier ist. Mit Schirm am Haken ist dat hier nüscht...
Sehrnsucht nach unserer Insel im kalten Norden wird bei mir wieder wach... hach, was liebe ich dieses kalte Fleckchen Dänemarks <3

 

Montag, 11. März 2019 - es geht wieder zurück an unseren Perlmuttstrand Vila Nova, Costa Caparica, da für die nächsten Tage zwar kein Wind, aber dafür 20 Grad und Sonne angesagt sind.

Wir quälen uns - wie ganz Lissabon wohl auch - durch die Staus auf der Autobahn Richtung Lissabon. Obwohl es bereits 9.30 Uhr ist, sieht es hier nicht anders aus wie bei uns in Hamburg, morgens eine Stunde früher. Auch ist hier doch ein gewisser Wohlstand ersichtlich. Sehr viele nagelneue Minis unterwegs ;-) und auch mehr teurere Autos, als uns bisher auf unserer Reise begegnet sind. Es scheint nur nicht so in den umliegenden Kleinstädten und Dörfern anzukommen...
Es geht wieder über die imposante Brücke über das glitzernde Wasser bei strahlendem Sonnenschein...
In Caparica endlich angekommen suchen wir zuerst den Campingplatz auf, den ich gestern Abend bei "pitchup.com" dann ausfindig machen konnte. Der "Orbitur Costa Caparica" hat geöffnet, und wir sind am Freitag fast daran vorbeigefahren - wie konnten wir den nur übersehen?
Unser Platz liegt zwar direkt an einer kleinen Ortsstraße, die auch nicht so wenig befahren ist, aber hier können wir Batterien aufladen und WLAN gibt es auch ;-) An den Strand soll es später mit den Evolve's gehen. Aber erst einmal spätes Frühstück...

Der Weg bis zum Strand ist etwa 500m. Wir machen die Evolve's startklar und "hopp!" - Schnuff springt wie selbstverständlich zwischen meine Beine.
Der Strand hier in Caparica ist fürchterlich hässlich. Es ist bestimmt schön, die gesamte Promenade am Wasser entlangzufahren, aber einzig der Blick aufs Wasser ist hier schön, der Rest einfach gruselig.
Morgen fahren wir wieder an unseren "Perlmutt-Strand" <3

An diesem heutigen Dienstag haben wir einfach nur nen wunderschönen Strandtag genossen; Jörg war sogar spät nachmittags nochmal kurz mit dem 12er draussen und hatte Spaß.
Leider heute das gleiche wie vergangenen Freitag - der Chef des Restaurants möchte nicht, dass wir neben  seinem Haus stehen bleiben. Erzählt irgendetwas von Polizei und Straße... naja, eine Straße kann man auch dehnen, aber verstehen tue ich ihn trotzdem. Wir stören hier halt ein wenig ;-(
Jörg stellt das Womo quer und er ist erstmal zufrieden.
Essen möchte ich heute Abend bei ihm nicht - bei mir hat die Aussage "die Deutschen mit ihren großen Autos" schon ein wenig schlechten Beigeschmack hinterlassen.Dann lassen die Deutschen leider auch kein Geld da, wenn sie unerwünscht sind. So.
Wir übernachten trotzdem auf dem Platz, da Strom und Wasser ausreichen bis morgen Abend.

Mittwoch, 13. März 2019
So, der letzte Tag ist angebrochen - morgen müssen wir wieder den Heimweg antreten. Es ist 8.45 Uhr und der Schnuff kommt fröhlich die Düne vom Strand zum Womo hochgehüpft. Die beiden Jungs waren schon Brötchen holen. Es ist nur 10,5 Grad "warm". brrrr.... Der Kleine wird das tolle Srandleben und die Freiheit sicher sehr vermissen. Und vor den 2,5 Tagen eingesperrt im Auto graut mir auch schon.
Wir verbringen den schönen Sonnentag nochmal hier am Strand - der Wind scheint zwar ausreichend, aber durch den Luvstau verwirbelt alles im Uferbereich und draußen zerreisst es dich dann. Der Wind will nicht richtig in die Bucht reindrehen. SAusserdem scheint heute der "Tag des Boardverlierens " zu sein. Das waveboard konnte noch an den Strand geholt werden - für das Twintip kam jede Hilfe zu spät. Überhaupt scheint so manch ein Kiter sich gar nicht der Auswirkungen bewusst zu sein, wenn man, nachdem man sein board verloren hat, einfach 15 min. pfeift und mit dem Arm über dem Kopf winkt, obwohl der Schirm noch am Himmel steht... Pfosten...
Schnuff genießt nochmal die ausgedehnten Strandspaziergänge und Perlmutt-Suchsessions (heute morgen habe ich sechs Eßteller-große Seesterne wieder ins Wasser zurückgebracht - die letzten zwei hat der Schnuff mir gezeigt ;-) )
Heute Abend geht es noch mal schnell in den Supermarkt, einkaufen für die Fahrt, Wasser ablassen und tanken und Strom aufladen auf dem Campingplatz. Urlaub ist vorbei :-(
Es war eine wunderschöne Zeit mit wahnsinnig vielen Eindrücken.
Was mir hier ein wenig fehlte ist die Herzenswärme, wie sie z.B. von den Spaniern oder den Südafrikanern ausgeht. Portugal hat es bisher noch nicht so wirklich in mein Herz geschafft. Zum Kiten mit Winterswell eher schwierig, und im Sommer wahrscheinlich zu voll. Aber landschaftlich ist es einfach wunderschön.


Novembergedanken ... 

Die Sonne strahlt, das Meer glitzert, und schiebt Welle für Welle an unseren so geliebten dänischen Strand...

Man könnte denken, es wäre mitten im Sommer, wäre da nicht das kalendarische Datum "02.November 2014".

Ein Geschenk, das uns nun schon das zweite Wochenende in Folge gemacht wird. Normalerweise ist Anfang Oktober bereits Neo-Schuh-Pflicht und man denkt schon über den Trocki nach.
Aber dieses Jahr ist alles anders - nachdem uns der Sommer zwar herrliches Strandwetter beschert hat, hat der Wind dafür der arbeitenden Bevölkerung regelmäßig pünktlich zum Freitag lächelnd den Mittelfinger gezeigt, nachdem er sich von Montag bis Donnerstag ausgetobt hat. Auch bleiben die Herbststürme aus. Stattdessen selbst an der dänischen Küste sommerliche Temperaturen um die 14 Grad (ja, das ist ein normaler dänischer Sommer ;-) )

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Portugal/Galizien Roadtrip Juli 2013...

... oder 1x quer durch Europa ;-)

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Sal, Cabo verde Jahreswechsel 2012/2013

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Römö Pfingsten 2012

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Perfekter Saisonstart 29.April - 1. Mai

Einen perfekten Saisonstart hatten wir am langen Mai-Wochenende zur SAT (Saisonauftaktstour) der Kitenoobs, die auf den Darss nach Fuhlendorf eingeladen hatten.

 

Der Boddener Ferienpark (www.boddener-ferienpark.de) war unsere Basis, von der aus wir unterschiedlichste Spots ansteuerten.  Vorbei an der schönen Boddenlandschaft, die jetzt zur Blüte verzauberte. Störche im Nest, Ursprünglichkeit, Natur...

Die Freundlichkeit und familiäre Wärme der Ferienpark-Betreiber sei hier an dieser Stelle einmal besonders hervor zu heben. Vielen Dank !

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Sonntag nach Prerow. Anfangs schien der Wind noch etwas dünne, drehte aber innerhalb kürzester Zeit auf, um die Windhungrigen am schneeweißen Ostseestrand mit fetten 6 Windstärken aus Nordost zu verwöhnen. Leider war es mit 6 Grad Luft doch noch sehr kalt, sodass der Spaß zeitlich beschränkt war. Trotzdem zauberte dieser Kitetag den Aktiven das erste Grinsen ins Gesicht. Ich gebe zu - ich war an diesem Tag "Mädchen" und habe den Tag vom Strand aus genossen ;-)

 

Montag hieß das Ziel Saal. Ein Großteil der Kitenoobs verabredete sich an der Wasserskibahn, weil nicht genug Wind vorhergesagt war.

Der Wind überlegte es sich anscheinend doch noch einmal kurzfristig anders und lud uns auf ein Stündchen Spaß mit 14er und Waveboard auf den Bodden ein.

 

Abends flaute der Wind ab und drehte wieder auf östliche Richtungen, sodass wir die SUP´s wasserten und das neue NAISH Nalu Air 11´0   6" inflatable SUP einweihen und ausgiebig testen konnten. Wir waren sehr erstaunt und begeistert von der Stabilität und dem nur minimalen Unterschied gegenüber einem "festen" SUP. Eine echte Alternative!

Nach einer kurzen Schwimmeinlage tat die heiße Dusche im "Womo" dann doppelt gut ;-)

 

Dienstag legte die Sonne dann noch eine Schippe drauf und sorgte für den ersten Sonnenbrand des Jahres im Gesicht :-) Der Ost-Wind war auch wieder da, aber da die Heimreise anstand, haben wir den schönen Tag einfach nur relaxend genossen, Kontakte gepflegt und das Wochenende Revue passieren lassen.

 

Ein perfekter Saisonstart - SO darf es gerne weitergehen! 

 

 

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Saisonvorbereitungen...

Die Saisonvorbereitungen laufen... 
Ich sitze jede freie Minute am PC und bastel weiter an dieser Seite - nebenbei entstehen immer mehr Ideen, die darauf warten, weiter gedacht zu werden.  Einige von Ihnen können sogar umgesetzt werden! *freu*

Ein Berg an Arbeit - einiges zu organisieren... mit der richtigen Unterstützung ist das zu schaffen! DANKE !

Ich freu mich auf die Saison 2012 ! 

 

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Aloha !

Besonders schöne oder beeindruckende Ereignisse benötigen einen Platz, um sie festzuhalten. Dieses soll hier an dieser Stelle geschehen. Auf geht´s...

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Aloha und herzlich willkommen !


Schön, dass Du auf diese Seiten gefunden hast.
Hier findest Du neben Neoprenanzügen für Frauen auch Frauen Kite Trapeze, Neoprenmäntel für Frauen sowie sonstiges Zubehör, das deinen Spaß auf dem Wasser abrunden soll.

Alles von Frauen für Frauen getestet.

Ob Du Einsteigerin oder fortgeschrittene Kitesurferin bist - wir bieten Dir ein Angebot über frauengeeignetes Kitematerial und Zubehör der Marken F-One sowie Frauen Neopren von MANERA.
Weiterhin haben wir F-One´s Zubehör Marke "MANERA" sowie die funktionellen Produkte von "Concept X", die sich auf Kitebags und Zubehör spezialisiert haben, im Programm.

 

F-One hält in seiner sehr umfangreichen und farbenfröhlichen Farbpalette für den "Bandit" seit Modelljahr 2015 extra für uns Mädels eine Farbkombination in pink/fuchsia bereit. Das passende Kite Hüft Trapez Manera "Exo" gibt es in toller Farbkombi für Ladys dazu.
Beim Bandit 9 wurden die Haltekräfte deutlich reduziert, was die Windrange des Schirmes enorm nach oben erweitert und in einem harmonisch abgestimmten Flugverhalten auch in Böen resultiert.

 

"MANERA" ist die Tochtermarke von F-One und hat 2014 mit dem Hüft Trapez "Exo" ein Trapez entwickelt, das ganz sicher in der obersten Liga zu finden ist. Seine hervorragende optimiert verteilte Kraftübertragung macht es aus unserer Sicht zu einem der besten Kite Trapeze auf dem derzeitigen Markt. Manera hat das EXO Trapez 2015 und 2016  noch weiter optimiert und den Shape leicht verändert, sodass es noch mehr Stabilität und Komfort bietet. Das Sortiment von Manera wird erweitert durch eine harmonisch abgestimmte Taschen und Bag - Kollektion sowie tolles Zubehör wie Manera Poncho zum Umziehen am Strand, Manera Keybox, Manera Beanies, Manera Surf-Leash, Manera Wax und Manera Basecoat für waveboards,  etc.
Seit 2015 macht eine eigene Manera "Apparel Textil Kollektion" das Sortiment komplett. Hochwertige Stoffe und tolle Farben für französischen Lifestyle; die Manera Neopren Kollektion wurde im Juni 2015 gelaunched und geht 2016 in die zweite Auflage. Sie überzeugt uns durch hochwertige Verarbeitung, perfekte Wärmeisolierung und einmaligen Tragekomfort. Freut euch über den farbenfrohen Manera Womens Shorty - ein sexy Hingucker - bei uns zu erhalten in den Farben cyan und pistachio.

 

Für "Concept X" haben wir uns entschieden, weil diese sympathische Hamburger Marke uns überzeugt hat was das Preis-Leistungs Verhältnis angeht, und weil die Nähe zum Lieferanten für uns einfach bedeutet, dass wir Euch immer optimal mit Ware beliefern können.
Ausserdem ist es einfach ein supernettes Team, das zu uns passt ;-)
Von Concept X findet Ihr bei uns Kitebags für Twintips und Waveboards, Reisebags, Helme und sonstiges Zubehör.

Weiterhin führen wir neben nahezu allen F-One Ersatzteilen (incl. sämtliche Bladder) auch noch einen Restbestand an NAISH Ersatzteilen / Spareparts für Euch.

Zuguterletzt lacht Euch unsere Beanie / Mützen Kollektion an, wenn Ihr uns in unserem Shop besuchen kommt.
Ob Smiley-Mütze oder fröhliche mit Liebe handgemachte Kiter Mützen aus hochwertiger Schafwolle - hier gibt´s was auf den Kopp ;-)
Für F-One Fans gibt es eigens eine F-One Beanie Mützen Kollektion. Unsere Mützen sind nahezu wasserdicht, atmungsaktiv und wärmeisolierend, sodass ihr immer einen warmen Kopf behaltet.

Wir freuen uns auf Euren Besuch in Hamburg - Rahlstedt (F-One Pro Shop Hamburg - Gewerbegebiet Höltigbaum, Rahlstedter Grenzweg 15 -

Tel.: 040 - 88881950)
(Öffnungszeiten: Mo., Di. & Do. 9-19 Uhr, Mi. 9-15 Uhr, Freitag 9-14 Uhr ... und gerne nach Absprache...Anruf genügt)